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1997 - Peter und der Wolf in der Kölner Oper
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1997
Peter und der Wolf in der Kölner Oper
Brasilientournee
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Die Ente ist ein Sopransaxophon

Prokofiews “Peter und der Wolf” für Blasorchester

Neben Kölner Lokalgrößen hat das Märchen "Peter und der Wolf' zahllose prominente Erzähler gefunden. Die Liste reicht dabei über Fernsehpromis wie Romy Schneider, Barbara Sukowa, Hans-Joachim Kulenkampff oder Peter Ustinov bis zu Popstars wie David Bowie und Marius Müller-Westernhagen. Loriot drehte das Märchen zur bissigen Satire; man hört, das Werk ist geduldig und bietet genügend Freiraum zur Interpretation.

Auch die Musik hält einiges aus, sogar eine Bearbeitung für sinfonisches Blasorchester. Die Bühnen der Stadt Köln und das Referat Theater und Schule bieten jetzt mehrfach eine solche Fassung in der Kölner Oper feil, die erste erntete reichen Applaus, vornehmlich aus Kinderhänden. Der Arrangeur Johannes Stert dirigierte selbst, Bert Oberdorfer erzählte das Märchen.

Prokofiew komponierte dieses Werk, um Kinder mit den gängigen Orchesterinstrumenten bekannt zu machen. Wer sich also bereits eingeprägt hatte, daß die Ente eine Oboe spielt, mußte jetzt umlernen: Die Ente ist ein Sopransaxophon. Und Peters Melodie streicht kein Streichquartett, Klarinetten pfeifen sein heiteres Motiv. Das kann zu Irritationen führen, aber auch zu simplem Zugewinn. Neuhörer dürften mit dem Bewußtsein nach Hause gegangen sein, in der Oper und im Sinfonieorchester gäbe es keine Streichinstrumente. Aber wofür gibt es schlaue Eltern! Die “Orchestervereinigung Hilgen 1912 e. V. Burscheid" verfügte über gute Solisten, die teilweise sehr jungen Mitglieder intonierten durchgängig brillant, die Musikanten waren sichtlich hochmotiviert und mit Lust am Werk. Und das Stück klang auch in der uminstrumentierten Fassung frisch und gutgelaunt.

Zur Darstellung: In Köln ist der Erzähler ein sympathischer Clown, der zunächst das Bühnenbild montiert, den berühmten Baum. Er schneidet Grimassen, schnappt wie der Wolf nach der Ente und beweint den Erfolg ins große Taschentuch. Einmal taucht der Wolf als Schattenbild auf blauem Hintergrund auf, das war es aber auch mit der szenischen Einrichtung von Christian Schuller und Ulrich Schulz. Überraschung des Tages: Nach 35 Minuten war das Märchen aus. Es ist einfach nicht länger.

Weitere Konzerte am 7., 21., 26. und 28.12. und 1.1. (11.30 Uhr), 27.12. (16 Uhr).

(Kölnische Rundschau, 2.12.1997, Olaf Weiden)

 

Oper zeigt “Peter und der Wolf”

Soviel Eifer und Lärm erlebt die Oper selten, sie ist auch nicht oft so rappelvoll wie zur Kindermatinee “Peter und der Wolf”. Christian Schuller, Ulrich Schulz und Hartmut Litzinger wissen mit ganz wenig Szene die kleinen Köpfe anzuregen: ein Gartenzaun, ein Bäumchen, Lichtwechsel und ein Wolf, der auf der Leinwand zum Ungeheuer wächst. Hauptfigur ist das Orchester, das die große Bühne einnimmt.

Der Erzähler Bert Oberdorfer stellt den populären laienhaften Witz, daß jeder Esel dirigieren könne, vom Kopf auf die Füße: Er kann es nicht. Sein Fach ist das Mimen, Andeuten, Spaßmachen. Dirigieren kann Johannes Stert, der auch Prokofjews Musik für sinfonisches Blasorchester geschickt arrangiert hat. Imposant, farbig und deutlich spielt der kürzlich preisgekrönte, jung besetzte Orchesterverein Hilgen.

Ein köstliches knappes Stündchen Zauber des Musiktheaters. In Prokofjews Märchen versetzt eine gierige Natur viel buntes Fußvolk in Panik. Da wird ein liebender Held zum Retter. Und das Finale feiert ihn triumphal - fast wie in einer richtigen Oper.

(Kölner Stadt-Anzeiger, 2.12.1997)

 

Lerneffekt für die Kinder spielerisch angelegt

Nach der Premiere in Burscheid war der Orchesterverein Hilgen am Sonntag mit “Peter und der Wolf” auch im Kölner Opernhaus zu hören.

Köln/Burscheid. Wer Kindern sinfonische Musik und einzelne Musikinstrumente gleichzeitig klanglich und optisch wirkungsvoll näherbringen möchte, der sollte es didaktisch so angehen, wie es am Sonntag vormittag im Kölner Opernhaus zu erleben war: einfallsreich, transparent - ein musikalisches Bonbon: “Peter und der Wolf” von Sergej Prokofjew, für seine damaligen Schüler in der Musikschule komponiert, ist in der Originalfassung für sinfonische Orchester konzipiert. Daß dieses Werk auch mit einem sinfonischen Blasorchester zu einem Ohrenschmaus werden kann, bewies nachdrücklich der Orchesterverein Hilgen 1912 auf der Kölner Opernbühne.

Der musikalischer Leiter des OVH, Johannes Stert, hatte das musikalische Märchen für diesen Klangkörper, in dem nahezu alle Blasinstrumente vertreten sind, arrangiert. So umstritten oftmals Bearbeitungen sind, aber das konnte sich hören lassen. Souverän in der Ausführung, mit farbigem Klang der große Orchesterapparat, geschmeidig und auf hohem technischem Stand die Solisten. Damit läßt sich locker glänzen. Daher ist es sicher kein Zufall, daß sich diese Spielkultur bis ins Kölner Opernhaus herumgesprochen hat.

Glänzend aber auch die Idee, den Erzähler als Clown agieren zu lassen. Toll, wie der Schauspieler Bert Oberdorfer - ein echter Profi - diese Rolle verkörperte, indem er gestenreich die Märchenhandlung, aber auch die Erläuterung der solistisch eingesetzten Musikinstrumente den jungen Zuhörern mit sehr viel Herz herüberbrachte.

Was diese Veranstaltung ganz besonders wertvoll machte, war der spielerisch angelegte hohe Lerneffekt. Handlungstext und die personen- bzw. tierbezogenen Instrumentengattungen ergänzen sich ideal. So symbolisiert die Flöte den flinken Vogel oder die Klarinette die Katze oder das Fagott den Großvater - daß ausgerechnet eine junge Dame den Großvater “blies”, war recht amüsant. Erwähnenswert auch die geschickte Programmheftgestaltung mit zeichnerischer Darstellung der Handlung, zum farbigen Ausmalen durch Kinderhand bestimmt. Daß diese Kinderhände sich mit viel Beifall bedankten, unterstreicht sehr deutlich: Das war Spitze!

(Westdeutsche Zeitung, 2.12.1997, Robert Dahmen)



 
 

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