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Konzert im Altenberger Dom
OVH bring CD heraus
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Hier finden Sie die Presseartikel über den Orchesterverein aus dem Jahre 2000. Rechts können Sie die verschiedenen Anlässe direkt auswählen.

 


Auf Distanz zur üblichen Festmusik

OVH nach langer Pause im Altenberger Dom

Rhein.Berg. Kreis. Endlich wieder ein OVH-Konzert! Die Freunde des preisgekrönten Blasorchesters haben das ganze Jahr warten müssen - auswärtige Verpflichtungen ließen das Frühjahrskonzert ausfallen, und interne Gründe machten eine Verschiebung des für Anfang November geplanten Herbstkonzertes auf die zweite Dezemberhälfte notwendig.

Aber auch jetzt konnte das Konzert nicht in Burscheid selbst stattfinden. Im noch immer eingerüsteten, durch einen großen Adventskranz jedoch festllich geschmückten Altenberger Dom bot der Orchesterverein unter der projektbezogenen Leitung von Johannes Stert den zahlreich erschienenen Zuhörern am Sonntag ein sinfonisches Blaskonzert in bewährter Qualität. Nichts Weihnachtliches erklang da - für manche vielleicht eine Enttäuschung, für andere ein wohltuender Kontrast zur allgemein die Ohren beherrschenden Einheits-Weihnachtsmusik.

Zu Beginn stellte sich das Jugendorchester der Musikschule unter Leitung seines Dirigenten Thomas Sieger mit drei kleinen Werken vor. Die jugendlichen Bläser zeigten dabei vor allem in der “Pavane in Blue” von Ted Huggens, dass sie auf einem guten Weg sind, um einst im großen Orchester mitspielen zu können. Das konnten sie dann auch schon in der “New Baroque Suite” von Ted Huggens, in der der Komponist barocke Versatzstücke mit modernen Rhythmen zu einer gefälligen Mischung verbunden hat.

Mit Johannes Stert am Pult und der Ouvertüre zur Oper “Hänsel und Gretel” von Engelbert Humperdinck setzte der OVH das Konzert fort. Das feierliche C-Dur-Motiv des Beginns (“Abends, wenn ich schlafen geh‘”) hört man selbst von Profi-Orchestem selten so schön, so homogen und weich.

Johannes Stert versteht es, Spannung aufzubauen und zu halten. Das zeigte auch die folgende “Fourth Symphony” von Alfred Reed, deren erster Satz “Elegy" sich dramatisch aufbaut bis zu Dissonant-Akkorden, um dann friedlich wieder auszuklingen. Die Musiker des Orchestervereins bewältigten Stimmungs-, Rhythmus- und Taktwechsel mit Bravour und ließen sich vom wiegenden Intermezzo gesanglich tragen.

Bereits einmal in Burscheid zu hören war das “Benedictus" op. 59 von Max Reger, das Johannes Stert selbst für Blasorchester bearbeitet und dem OVH sozusagen “auf den Leib geschrieben" hat, ein besinnliches Werk, dessen innere Spannung die Musiker voll ausschöpften. Perfekt abgestuft auch die anschließenden “Nuances” von Désiré Dondeyne, bei dem einzelne Musiker wieder solistisch hervortraten. Besonders schön der Klang der Solotrompete über dem weichen Polster des Orchesters im zweiten Satz, Adagio. Den Abschluss bildete eine Bearbeitung der “Pavane für eine verstorbene Infantin” von Maurice Ravel: sehr weich, mit sinnvollen ritardandi und klangschön interpretiert. Viel Beifall gab es - doch keine Zugabe.

(Westdeutsche Zeitung, 19.12.2000, Marie-Luise Mettlach)


OVH bringt CD heraus


Burscheid. Nach zweieinhalbjähriger Produktionszeit hat der Orchesterverein Hilgen jetzt seine erste CD herausgebracht.

Neben John Gollands “Atmospheres”, dem Selbstwahlstück, mit dem der OVH beim 5. Deutschen Orchesterwettbewerb in Karlsruhe den ersten Preis gewonnen hatte, wurde die Version von Serge Prokofjews musikalischem Märchen “Peter und der Wolf” in Johannes Sterts Bearbeitung für sinfonisches Blasorchester für die CD aufgenommen. Als Erzähler ist der heute 13-jährige Richard Kretzer, Sohn des OVH-Trompeters und ehemaligen langjährigen Vorsitzenden Lothar Kretzer, zu hören.

Die CD ist in einer Auflage von 1000 Stück erschienen und zum Preis von 28 Mark im Handel, beim 1. Vorsitzenden Günter Haas, Hauptstraße 88, oder im Internet unter www.ovhilgen.de erhältlich.

(Wochenpost, 29.8.2000)

 

Der Orchesterverein gibt seine erste CD heraus

13-jähriger übernahm die Erzählerrolle

Burscheid (sch) – “Keine Ahnung, wie ich zu der Sprecherrolle gekommen bin. Über diese Frage habe ich schon den ganzen Tag nachgedacht”, so ganz verstehen kann es der 13jährige Richard Kretzer nicht, dass gerade er die Sprecherrolle auf der neuen CD des Orchestervereins Hilgen bekam. Aber Spaß gemacht hat es ihm riesig.

Der OVH entschied sich bewusst für einen kindlichen Erzähler des musikalischen Märchens “Peter und der Wolf” (Serge Prokofieff 18911953). “Bei allen anderen Produktionen dieses Werkes übernehmen Erwachsene diese Rolle. Wir könnten uns auch vorstellen, mit Richard als Sprecher dieses Märchen noch einmal in der Kölner Oper aufzuführen”, erklärt der 1. Vorsitzende Günter Haas.

Die erste CD des “Deutschen Meisters der Blasorchester" wurde in einer Auflage von 1.000 Stück produziert. Erhältlich ist sie im Wert von 28 Mark in der Buchhandlung Busch und bei Radio Stöcker in Burscheid, in der Bäckerei Kretzer in Hilgen sowie bei Saturn in Leverkusen und Köln und bei Tonger in Köln. Die Produktionskosten von 35.000 Mark hat der Verein eigenfinanziert. Für weitere CDs wünscht er sich Sponsoren. Die Aufnahme von CDs hält Haas für eine lehrreiche Übung “Auch der letzte hört, wenn Fehler gemacht werden. Außerdem wird das gemeinsame Musizieren gefördert. " Neben “Peter und Wolf" beinhaltet die CD noch die “WesendonckLieder" von Richard Wagner.

(Lokale Informationen, 23.8.2000)

 

Kinderstimme erzählt das musikalische Märchen

Nach zweieinhalbjähriger Produktionszeit hat der Orchesterverein Hilgen seine erste CD vorgelegt – mit “Peter und der Wolf' und den Wesendonck-Liedern von Wagner.

Burscheid. Zuletzt kursierte innerhalb des Orchestervereins Hilgen (OVH) schon eine scherzhafte Wette: Richard Kretzer werde eher in den Stimmbruch kommen als die erste CD des OVH auf den Markt. Als der inzwischen 13-jährige Richard am Montagabend dann bei der CD-Präsentation mit am Tisch saß, klang seine Stimme zwar noch ungebrochen - aber die Entstehung des Werkes hatte er da schon immerhin gut zweieinhalb Jahre verfolgt.

Lang lang ist's her, als der OVH im Januar 1998 erstmals zusammenkam, um Prokofieffs “Peter und der Wolf” einzuspielen. Im Mai desselben Jahres folgte in der Schulberghalle das Stück “Atmospheres" von John Golland, später auch Richard Wagners Lieder nach Gedichten von Mathilde Wesendonck, die so genannten Wesendonck-Lieder. Da ging man beim OVH noch davon aus, die CD Ende 1998 vorlegen zu können.

Doch dann kam im November 1998 zunächst die Aufführung von “Peter und der Wolf” in der Festhalle Opladen, wo Richard Kretzer erstmals die Rolle des Sprechers übernahm. Erst im Mai letzten Jahres wurde sein Part auch für die CD aufgenommen. Der Sohn des langjährigen OVH-Vorsitzenden Lothar Kretzer nahm die ungewöhnliche Aufgabe gelassen: "Da bin ich irgendwie drangekommen."

Arrangements von Johannes Stert

Mit Richard, der inzwischen die Burscheider Realschule besucht, im Jugendorchester der Musikschule Euphonium spielt und mundarterprobt ist, hat der OVH jedenfalls eine Sprecherbesetzung gefunden, die aus den üblichen “Peter und der Wolf"-Aufzeichnungen hervorsticht.

Den sängerischen Part bei den Wesendonck-Liedern übernahm die niederländische Altistin Lilian Huynen, die Gesamtleitung lag bei Johannes Stert, der bis 1999 OVH-Dirigent war und das Orchester zuletzt auch noch “aushilfsweise" zur Titelverteidigung als bestes deutsches sinfonisches Blasorchester führte. Von ihm stammen auch die Arrangements des musikalischen Märchens und der Lieder.

Doch trotz aller Bemühungen um Qualität und Originalität: Weder konnte bisher ein Sponsor für das 32 000 Mark teure Projekt gewonnen werden noch ein seriöser Vertrieb. Ein Grund, warum die Veröffentlichung so lange gedauert hat. Ein anderer: das sorgfältige Feilen an der Abmischung der Aufnahme unter Leitung des Oboisten und Burscheider MusikschulIehrers Dietmar Stracke, der auch Elektrotechnik studiert hat.

Bei künftigen CD-Produktionen, so der 1. Vorsitzende Günter Haas, werde man beim Repertoire aus wirtschaftlichen Gründen womöglich “Konzessionen machen, vielleicht in Form von Konzertmärschen". Denn unabhängig vom Endprodukt bringe das Arbeiten an einer Aufnahme das Orchester auf jeden Fall weiter.

Nächstes größeres Konzertereignis ist der OVH-Auftritt am 4. November in der Opladener Festhalle. Dann soll sich der Dirigent Thomas Brezinka, der bisher nur die Probenarbeiten für die Konzertreise zum Kloster Andechs übernommen hatte, auch einmal mit einem eigenen Programm präsentieren können. Ob die Zusammenarbeit darüber hinaus weitergeht, wird sich im Herbst entscheiden.

Die CD des OVH ist in einer Auflage von zunächst 1000 Stück erschienen und kostet 28 Mark. Sie ist in Burscheid bei der Buchhandlung Busch, Radio Stöcker und der Bäckerei Kretzer in Hilgen zu haben, daneben bei Saturn in Köln und Leverkusen sowie beim Musikhaus Tonger in Köln. Man kann sie auch beim 1. Vorsitzenden Günter Haas, Hauptstraße 88 in 51399 Burscheid bestellen oder unter der Internet-Adresse: "www.ovhilgen.de".

(Westdeutsche Zeitung, 16.8.2000, Ekkehard Rüger)


Die erste Platte ist gepresst

OVH legt CD vor

Burscheid - Premierenfieber im Deutschen Haus: Am Montagabend stellte der Orchesterverein Hilgen von 1912 (OVH) seine erste CD vor. Und der Star der Stunde war nicht etwa der bravouröse Dirigent der Einspielungen, Johannes Stert - der war verhindert - sondern der 13-jährige Richard Kretzer. Der pfiffige Posaunen- und Euphoniumschüler der Jugendmusikschule hat die Sprechpassagen in Sergej Prokofieffs musikalischem Märchen “Peter und der Wolf” übernommen. “Soweit wir informiert sind, wird mit unserer Einstudierung erstmalig im deutschen Sprachraum der Erzähler von einem Kind gesprochen", sagte OVH-Vorsitzender Günter Haas nicht ohne Stolz.

Stert-Arrangements

Überhaupt ist die Produktion dieses Tonträgers in voll-digitaler Aufnahmetechnik ein Bravourstück, das den OVH allerdings bis zu seiner Vollendung viel Mühe und Zeit gekostet hat. “Was lange währt, wird endlich gut", seufzte Pressesprecherin Inka Klewinghaus. Rund zwei Jahre hat die Produktion gedauert. Auf der Platte zu hören sind die “Wesendonck-Lieder" von Richard Wagner ebenso, wie “Atmospheres" von John Golland. Mit dem letzten Stück verteidigte der OVH unter “Gastdirigent" Johannes Stert kürzlich seinen Titel als bestes deutsches Blasorchester.

Alle Arrangements stammen aus der Feder des Dirigenten, der bis 1999 den OVH leitete. Hauptberuflich ist Stert Kapellmeister an der Kölner Oper.

Für die Wesendonck-Lieder konnte die Sopranistin Lilian Huynen gewonnen werden. Die gebürtige Niederländerin gastiert an großen deutschen und europäischen Opernhäusern. Richard Kretzer ist der Sohn des Hilgener Trompeters (und Bäckermeisters) Lothar Kretzer, der zugleich viele Jahre OVH-Vorsitzender war. Mit Wohlgefallen betrachtet Vater Kretzer das quirlige Engagement seines Sohnes: “Erste Erfahrungen sammelte Richard in der Theatergruppe der Ernst-Moritz-Arndt-Grundschule mit ‚Blagen kallen Platt‘.”

1000 Exemplare

Für die CD musste der OVH tief in die Tasche greifen. Rund 32 000 Mark hat das Projekt mit allem Drum und Dran verschlungen. So ließen unter anderem die qualitativen Ansprüche keine - preiswerteren - Live-Mitschnitte zu. Zunächst wurden 1000 Scheiben gebrannt. Der Verkaufspreisbeträgt 28 Mark. Dafür bekommt man auch ein 16 Seiten umfassendes Begleitheft. Eine ausgeklügelte Marketingstrategie führte dazu, dass die CD mit dem Titel “Orchesterverein Hilgen 1912 - Johannes Stert” auch in Köln und Leverkusen ab sofort erhältlich ist. In Burscheid liegt der Tonträger in der Buchhandlung Busch, Radio Stöcker sowie in der Hilgener Bäckerei Kretzer zum Verkauf. Und über die neue OVH-Intemetadresse www.ovhilgen.de kann die erste CD weltweit bestellt werden. Weitere Produktionen sind geplant.

(Kölner Stadt-Anzeiger, 16.8.2000, Timm Gatter)


OVH spielte die Carmina Burana

Burscheider beim Sommerfestival in Andechs

Burscheid. Der Orchesterverein Hilgen (OVH) ist kürzlich von seiner Konzertreise zum Kloster Andechs am Ammersee bei München zurückgekehrt. Dort führten die Musiker - zusammen mit den ortsansässigen Chören - in vier Vorstellungen Carl Orffs ”Carmina Burana” unter der Leitung von Anton Ludwig Pfell im jeweils mit knapp 700 Zuhörern voll besetzten Florianstadl auf.

Der Kontakt zum Kloster Andechs entstand über Dieter Schweikart, Sänger am Kölner Opernhaus, wo der OVH in den beiden Spielzeiten 1997 und 1998 Serge Prokofjews musikalisches Märchen ”Peter und der Wolf” unter der Leitung von Johannes Stert, Kapellmeister am Kölner Opernhaus, aufführte.

Sowohl Dieter Schweikart als auch Johannes Stert, der ja von 1990 bis 1999 den OVH dirigierte, besuchten die Vorstellung im Kloster Andechs.

Besonders erfreut war man über den Besuch von Liselotte Orff, Witwe des 1982 verstorbenen Komponisten, der auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin in der Kirche dieses Klosters begraben wurde.

(Westdeutsche Zeitung, 09.08.2000)


Hilgener Orchester in Andechs


Der Orchesterverein Hilgen 1912 e.V. ist von einer Konzertreise zum Kloster Andechs am Ammersee bei München zurückgekehrt. Dort stand - gemeinsam mit fünf ortsansässigen Chören - in vier Vorstellungen Carl Orff's "Carmina Burana" unter der Leitung von Anton Ludwig Pfell im jeweils mit knapp 700 Zuhörern vollbesetzten Florianstadl auf dem Programm. "Der Kontakt zum Kloster Andechs entstand über Dieter Schweikart, Sänger am Kölner Opernhaus, wo der Orchesterverein Hilgen in den beiden Spielzeiten 1997 und 1998 Serge Prokofjews musikalisches Märchen ‚Peter und der Wolf‘ unter der Leitung von Johannes Stert aufführte", so Pressewartin Inka Klewinghaus.

Sowohl Dieter Schweikart als auch Johannes Stert - Kapellmeister am Kölner Opernhaus - besuchten die Veranstaltungen im Kloster Andechs. Ebenfalls unter den Besuchern war Klaus Schneider, ehemaliger Generalmusikdirektor der Bergischen Sinfoniker an den Theatern Remscheid und Solingen und Dirigat-Lehrer des Chorleiters Anton Ludwig Pfell. Als besonderer Gast lauschte Liselotte Orff, Witwe des 1982 verstorbenen Komponisten, dem Spiel der Hilgener. Carl Orff wurde 1895 in München geboren. 1934 entdeckte Orff die 1847 im Druck erschienene "Carmina Burana" aus dem zwölften Jahrhundert. Aus den über 250 Liedern wählte der Komponist einige Texte aus und verknüpfte sie mit mitreißenden Rhythmen. In den Carmina Burana fand Orff seine eigene musikalische Sprache, die bis heute begeistert. Die 1937 uraufgeführten Carmina Burana begründen Orffs Erfolg und zählen zu seinen populärsten Werken.

(Wochenpost, 9.8.2000)


Die Andechser Herausforderung

Carmina Burana – Fünf Chöre, hartes Training und ein jubelndes Publikum

Andechs – Fünf Chöre drängten sich auf der Bühne, Anton Ludwig Pfell sprang in den Takt, Paukenschläge rissen den vollen Florianstadl aus der Sonntagabend-Lethargie – kurzum: die Carmina Burana geriet selbst bei der rein konzertanten Fassung zu einem rechten Spektakel. Wieder trat jener Geniestreich Carl Orffs, mit dem er seinen Ruhm früh begründete, einen weiteren Siegeszug an. Volksnah sind die eingängigen Lieder zum Frühlingserwachen, Trink- und Liebeslust: Am Ende drehte sich Gesamtleiter Pfell zum tosenden Publikum und intonierte gemeinsam ein “Tempus est iocundum”.

Selten gespielt wurde die erst 1995 uraufgeführte Fassung von Juan Vicente Mas Quiles bisher, das Blasorchester läuft Gefahr, die Chöre zu übertönen. Am Wochenende steuerte ein buntes Sänderaufgebot dem entgegen: Die Andechser Chorgemeinschaft (Pfell), der Carl-Orff-Chor Marktoberdorf (Andreas Herrmann), der Chor des Carl-Orff-Gymnasiums Unterschleißheim (Dorothea Hartmann), die Evangelische Kantorei Herrsching (Christa Edelhoff-Weyde / Johannes Schüssel), der Kinderchor Wolfratshausen (Joshita Kinosita) und der Orchesterverein Hilgen Burscheid (Thomas Brezinka) hatten gute Vorarbeit geleistet. Pfell konnte in frappierend kurzer Zeit ein rasantes Stück zur Aufführung bringen. Hartes Training und jede Menge Körpereinsatz des Dirigenten steckten hinter den korrekten Einsätzen, hinter den Paukenschlägen der Aussagekraft.

So wie Bilder und Worte einst Carl Orff 1934 beim ersten Anblick der Liederhandschriften überfielen, so überfiel auch die Andechser Menge die elementare Musikkraft: klare Dur-Moll-Harmonik, ostinate Technik, breite Klangflächen, simples Strophenlied und dröhnendes Schlagwerk. Die mächtige Chorgemeinschaft meisterte die Orff’schen Pausen, die lyrischen Momente und musikalische Ekstasen. Der Bläsersatz gab gerade dem munteren “Tanz” eine ganz eigene Note, der Kinderchor verlieh nicht nur bei “Tempus est iocundum” eine über Orff hinausgehende Dialektik.

Hallendes Glockengeläut, kokette Schellen, imposante Fanfaren, reitende Rhythmen setzten die Klangakzente, der famos sterbende Schwan lamentierte ironisch in bestem Falsett (Bariton: Simon Pauly), satter Tenor (Luca Martin) und breit gefächerter Sopran (Bettine Kampp) illustrierten die Tavernen- und Liebesszenen. Der angedachten Heiterkeit des Chores stand die alles ummantelnde Statik der O-Fortuna-Hymne gegenüber. Dass trotz der bombastischen Passagen die Sänger nicht die Beweglichkeit verlieren, war die Andechser Herausforderung. Sie wurde mit dem aufbrandenden Applaus schon während des letzten Tones quittiert.

(Münchner Merkur, 18.07.2000, Freia Oliv)

 

Fünf Chöre für ein glanzvolles Fortuna

Auf hohem Niveau: Anton Ludwig Pfells Interpretation von Carl Orffs “Carmina Burana”

Andechs. Es war, mit einem Wort, ein überwältigendes Konzert, das man mitten in das Festival “Orff in Andechs" platziert hatte. Mit den “Carmina Burana” stand eine Komposition auf dem Programm, mit der, nach Carl Orffs Worten, seine gesammelten Werke erst beginnen. Vom Start weg waren die Carmina ein Riesenerfolg und sind heute einer der weltweiten Klassikhits. Hier liegt zugleich die Gefahr einer Überstrapazierung: Dem allzu Gewohnten Spannung und Unmittelbarkeit zu verleihen ist eine heikle künstlerische Aufgabe.

Anton Ludwig Pfell gelang Spannung schon durch seine Wahl der Fassung. Neben den beiden Versionen für Symphonieorchester beziehungsweise zwei Klaviere und Schlagwerk gibt es eine Fassung für Symphonisches Blasorchester von Juan Vicente Mas Quiles, deren Entstehung Orff noch persönlich abgesegnet hatte. Im Orchesterverein Hilgen 1912 hatte Pfell das ideale Ensemble für sein Vorhaben gefunden.

Die über 60 Musiker, allesamt Amateure oder Nachwuchsprofis, agierten mit bemerkenswerter Präzision und hohem musikalischen Können. Und der Dirigent forderte sein Orchester, machte keine Zugeständnisse hinsichtlich Tempo und Dynamik. Schöne Klangfarben im Piano, gute solistische Instrumentalleistungen und ein Forte, wie man es sich nur wünschen kann, machten diese “Carmina" zu einem außerordentlichen Hörerlebnis. Einer solchen massiven Klangfülle musste ein entsprechend kraftvoller Chor entgegen gesetzt werden. Rund 150 Sänger aus fünf Chören hatte Anton Ludwig Pfell ins Florian-Stadl nach Andechs eingeladen und zu einer beeindruckend homogenen Leistung zusammengefügt.

Überhaupt war es eine Freude, dem Dirigenten Pfell bei der Arbeit zuzusehen, wie es ihm gelang, die über 200 Musiker mit Begeisterung und Freude und einer keinen Augenblick ermüdenden Konzentration bei der Stange zu halten. Gegen so geballte musikalische Kraft hatten es die drei Gesangssolisten ein wenig schwer.

Doch Bettine Kampp (Sopran), Luca Martin (Tenor) und Simon Pauly (Bariton) gelang es, in ihren kleinen Parts Akzente zu setzen. Die Leistung aller Künstler wurde am Ende vom Publikum euphorisch bejubelt. Das zugegebene “Fortuna" hatte auch beim dritten Mal nichts von seiner Wucht, seiner Spielfreude verloren. Das ohrenbetäubende, präzise Fortissimo dürfte einigen Zuhörern einen Schauder über den Rücken gejagt haben.

(Süddeutsche Zeitung, 17.07.2000, Andre Krellmann)


Flötentöne eines Bayern in Burscheid

Orchesterverein importierte den Meister

Künstler sind anders als normale Menschen. Der Beweis dafür wurde am Wochenende angetreten. Diesmal in Burscheid. Normale Menschen waschen wochenends nämlich ihr Auto oder mähen zumindest den Rasen. Vielleicht starten sie auch in die Sommerferien oder beobachten das Bier bei der Kühlung für die abendliche Grillparty. Burscheider Künstler - Musiker vor allem - taten nichts von dem, sondern packten ihre Instrumente und pilgerten in die Aula der Friedrich-Goetze-Hauptschule: Den Kopf voll verrückter Ideen, ließen sie sich zwei Tage lang von einem Bayern herumkommandieren. Proben nennt man das. Warum nur, in aller Welt, haben die das gemacht? Die Antwort kennt nur der Orchesterverein Hilgen.

“Di, di, di - diddeldiddeldam”, ruft Dirigent Anton Ludwig Pfell, ”da liegt die Synkope!" Und nun möge das Orchester pointiert dagegen steuern, bitte schön. Und die Piccoloflöten bitte “ganz scharf”. Der 50-jährige Anton Pfell ist aus Andechs am Ammersee angereist. Vom heiligen Berg, Heimstatt des berühmten Benediktinerklosters Andechs mit seinem ebenso bekannten Klosterbräu der starken Sorte, ist er herab gestiegen, um nach Burscheid zu eilen. So, als ob es im weiß-blauen Ursprungsland der Blasmusik keine Bläser mehr gäbe. “Das ist alles eine Frage der Qualität”, sagt Talentsucher Pfell. Die Burscheider wurden ihm über die Kölner Oper empfohlen. Seit 19 Jahren ist er in Andechs der verantwortliche Kirchenmusiker.

“Ta, ta, tam", dirigiert Pfell mit pointierter Sprache und knapper Gestik, “die Trompete ist ein bisschen zu laut, zu dominant. Blasen Sie halt in den Boden rein." Und an alle: “lhr seid doch erfahren genug, dass es genügend Tricks gibt." Lachen. Schließlich ist man just zum zweiten Male “Bestes Deutsches Blasorchester" geworden. Schritt für Schritt wird die Partitur durchgearbeitet.

In Regensburg hat der Andechser Pfell mit dem Studium des Orgelfaches begonnen. Unter anderem lernte er beim bundesweit geschätzten Prof. Klaus Schneider aus Remscheid. Seine erste Begegnung mit bergischer Mentalität. Pfell, der zeitweise mit einem Ensemble der Bayerischen Staatsoper auf vielen Musikveranstaltungen gastiert, dirigierte auch weltliche Werke, darunter - “unter chaotischen Bedingungen", so Pfell - “La Traviata" in Rumänien.

“Duddeldiddel-tam", fordert Pfell, “ich brauche ein eingestrichenes F. Denken Sie an eine kleine Explosion.": “Herr Haas, Sie wollten was sagen?” Günter Haas lacht nur: “Ich höre erstaunt zu." Der Orchesterverein-Posaunist und -Chef ist zufrieden. Die Chemie zwischen Dirigent und Orchester stimmt. Schließlich muss sich Burscheids sinfonisches Vorzeige-Blasensemble am 14. und 15. Juli in Andechs mit fünf Gesangschören, Soloinstrumenten und -stimmen zu einem Ganzen formieren, und zwar im Florian-Stadel. Die Festhalle unterhalb der Klosterkirche fasst 700 Besucher.

“Tamtara-tam-diddeldum", verlangt der Dirigent, “jetzt will ich die 16tel Noten hören. Und danach spielen wir den ganzen Abschnitt." Und jetzt hat's auch der letzte Kiebietz begriffen: Das Extregato aus Carmina burana von Carl Orff (1895 bis 1982). “Orff in Andechs" heißen die jährlichen Festspieltage zu Ehren des in München geborenen Komponisten. Und der Orchesterverein ist mit von der Partie. Pfell, der zuvor schon die Akustik der Aula bewundert hat: “Hochachtung vor der künstlerischen Leistung des Orchesters. Da steckt eine straffe Organisation hinter." So sind sie - die Künstler.

(Kölner Stadtanzeiger, 3.7.2000, Timm Gatter)


“Immer etwas empfinden”

OVH probte “Carmina burana" für Orff-Festival auf Kloster Andechs

Burscheid. Kaum eine Komposition des 20. Jahrhunderts wird wohl so häufig aufgeführt wie die beliebte “Carmina Burana" von Carl Orff. Die Umsetzung durch die Chorgemeinschaft Burscheid und den Chor Germania in Leichlingen unter der Leitung von Thomas Honickel am 13./14. Mai dürfte den Zuhörern noch lebhaft im Gedächtnis geblieben sein.

Nun hat sich auch der Orchesterverein Hilgen (OVH) aus Anlass des Carl-Orff -Festivals in Andechs am Ammersee des Werkes angenommen. Die Transkription für Symphonisches Blasorchester schuf Juan Vicente Mas Quiles gerade einmal vor drei Jahren; eine bisher noch relativ selten aufgeführte Variante.

Am Samstag nun war Anton Ludwig Pfell, seit 19 Jahren Kirchenmusiker des Klosters Andechs und Gesamtleiter der Aufführung, zu einer Probe in die Friedrich-Goetze-Hauptschule gekommen. “Wir müssen Rhythmus, Töne und Takt haben, aber versucht am Ende immer etwas dabei zu empfinden, das ist wichtig", ermunterte er die jungen Musiker.

Mit kleinen Anekdoten zum Leben und Werk Orffs lockerte er die Übungen auf und stellte sofort einen guten Draht zu den Musikern her. Sehr zufrieden zeigte er sich mit dem gut vorbereiteten Orchester, für das ein solch langes Stück (etwa eine Stunde dauert es) doch eine neue Herausforderung darstellt.

Eine Woche vor den Aufführungen (14./15./16. Juli) wird der OVH nach Herrsching reisen, um vor Ort die letzten Feinheiten herauszuarbeiten und zusammen mit den 170 Sängerinnen und Sängern verschiedener Chöre der Region zu proben. Schon seit Februar sind die “Carmina-Burana"-Aufführungen im Florian-Stadl, einem ehemaligen Stall des Klosters, mit seinen 600 Sitzplätzen ausverkauft.

1992 veranstaltete man dort zum zehnten Todesjahr von Orff, der im Kloster selbst begraben liegt, erstmals ein musikalisches Festival mit seinen Werken, das nun alljährlich seine beliebte Fortsetzung findet - neben zahlreichen weiteren musikalischen Aufführungen das gesamte Jahr hindurch.

Eine tolle Sache für den OVH, der sich nicht nur über die Erweiterung seines Repertoires freuen kann, sondern auch über interessante neue Kontakte, die sich sicherlich ergeben werden.

(Westdeutsche Zeitung, 3.7.2000, Susanne Gippert)

 

 


Star des Abends kam mit Verspätung

Festlicher Empfang der Stadt - Dirigent Johannes Stert musste in Köln proben

Burscheid - Das hatte was. Längst waren die offiziellen Reden vorüber und die Instrumente eingepackt. Die noch verbliebene Gesellschaft hielt Kölschgläser und Schnittchen bei launigen Gesprächen in Händen, als sich das Portal am Freitagabend im Haus der Kunst öffnete. Im wahrsten Sinne des Wortes stürmte er herein - etwas abgehetzt von seiner letzten Probe im Opernhaus mit dem Gürzenichorchester: Johannes Stert (37), der hochgelobte Star des Orchesterverein Hilgen (OVH) von 1912.

Stert hatte das Burscheider Vorzeige-Ensemble beim Deutschen Orchesterwettbewerb in Karlsruhe zum zweiten Mal zum Bundessieg geführt. Der charismatische Dirigent mit Igelfrisur und legerem Zwirn konnte sich kaum retten vor lauter Bussis und Umarmungen. “Ihr seid ja auch ein tolles Orchester", lobte Stert die noch verbliebene Fangemeinde. Die Stadt hatte zu Ehren des "Besten Deutschen Blasorchesters" zum festlichen Empfang geladen. Und alles, was Klang besitzt in Burscheids Wirtschaft, Verwaltung, Vereinen, Kirche und Politik traf sich zum Stelldichein.

“Der OVH trägt hervorragend dazu bei, den Ruf Burscheids als Musikstadt des bergischen Landes weit über die regionalen Grenzen hinaus noch bekannter zu machen", sagte Bürgermeister Hans Dieter Kahrl. In seiner Laudatio überbrachte er die Glückwünsche der Partnergemeinde Egg und den Wunsch der Musikredaktion des WDR, wieder mit dem erfolgreichen Blasorchester eine Produktion zu realisieren. Kahrl, dem Anlass entsprechend mit funkelnder Amtskette versehen, dankte den Sponsoren der Veranstaltung. Federal-Mogul, RG Textil und Kreissparkasse hatten sich finanziell engagiert. Herzliche Gratulation auch vom OVH-Vorsitzenden Günter Haas. Seine Parallelen zur deutschen Teilnahme an der Fußball-EM provozierten allgemeine Heiterkeit. Musikalisch locker wie virtuos vom Blasorchester der Jugendmusikschule und dem Klarinettenquartett “Atemnot" eingerahmt, wurde den Gästen die Videoaufzeichnung der erfolgreichen musikalischen Reise nach Karlsruhe gezeigt. Großer Beifall. Im Vorraum hatten die Orchestermitglieder Annette Heinl und Sandra Wilgenbusch große Fotowände mit Zeitungsberichten montiert. Die 26-jährige Sandra Wilgenbusch (Klarinette), immer noch begeistert: “Die vier Tage in Karlsruhe waren unvergesslich." Die Leichtigkeit beinahe schwebender Noten prägte dann auch noch den späteren Abend, als Johannes Stert fest versprach: “Ich werden dem OVH und Burscheid die Treue halten."

(Kölner Stadt-Anzeiger, 26.6.2000, Timm Gatter)

 

Alle kamen zur Meisterfeier

Der Orchesterverein Hilgen wurde mit einem Empfang für seinen Titelgewinn beim Wettbewerb in Karlsruhe geehrt. Von dort gab's ein Video zu sehen.

Burscheid. Jubelstimmung und viel Prominenz im Haus der Kunst: Zu Ehren des Orchestervereins Hilgen, der aus dem 5. Deutschen Orchesterwettbewerb in Karlsruhe als bestes deutsches sinfonisches Blasorchester hervorging, gab die Stadt Burscheid in Anwesenheit des Bundestagsabgeordneten Wolfgang Bosbach, der Landtagsabgeordneten Gisela Ley und Herbert Reul, der stellvertretenden Landrätin Mathilde Drewing und zahlreicher Vertreter aus Rat, Verwaltung und den örtlichen Vereinen einen Empfang im Haus der Kunst.

Bürgermeister Kahrl, der die offizielle Bedeutung durch das Tragen der Amtskette unterstrich, betonte mit Herzlichkeit: “Der OVH ist unser Deutscher Meister". Burscheid sei stolz auf “seinen OVH".

Zum zweiten Mal nach 1996 hat das Orchester den begehrten Titel errungen. Kahrl dankte allen Orchestermitgliedern, die durch ihre unermüdliche Probenarbeit und Energie die schwierige Titelverteidigung ermöglichten, und Johannes Stert, der kurzfristig für diesen Auftritt als Dirigent zum OVH zurückgekehrt war. Durch den Orchesterverein sei der Ruf Burscheids als Musikstadt gefördert und bekannt gemacht worden. Als äußeres Zeichen des Dankes überreichte er dem Vorsitzenden des OVH, Günter Haas, einen Scheck der Kulturstiftung der Kreissparkasse Köln über 2000 Mark.

“Wir sind ein bisschen stolz, glücklich und sehr zufrieden", fasste Haas anschließend die Gemütslage der Orchestermitglieder zusammen. Man habe sich “ganz auf die Musik konzentriert" und werde dies auch künftig tun. Nun sei man in gesicherter Position für künftige Wettbewerbe.

Ein bisschen Wettbewerbsatmosphäre konnten die vielen geladenen Gäste dann durch das Anschauen und Anhören eines Video-Mitschnitts des Wettbewerb-Pflichtstückes (Bacchanale von Rolf Rudin, 1990) miterleben.

Musikalisch umrahmt wurde der Empfang vom Blasorchester der Musikschule Burscheid unter Leitung von Thomas Sieger und dem aus Mitgliedern des OVH bestehenden Klarinettenquartett “Atemnot". Beim anschließenden kalten Buffet im Foyer konnten die Besucher anhand ausgestellter Fotos und Presseberichte feststellen, dass bei allem Wettbewerbsernst auch der Spaß in Karlsruhe nicht zu kurz kam - bis hin zum “Freudentaumel der Klarinetten" und dem rauschenden Empfang in Burscheid.

(Westdeutsche Zeitung, 26.6.2000, Marie-Luise Mettlach)

 

Blumen für die Meister der Blasmusik

Burscheid - “Der OVH-Sieg ist eine tolle Sache", freut sich auch der Vorsitzende des Burscheider Obst- und Gartenbauvereins, Manfred Rottländer, “da mussten wir einfach was machen". Und so leuchten seit Mittwochmittag im Blumenbeet vor der Kreissparkasse an der Hauptstraße schon von weitem rote und weiße Begonien in Form eines Notenschlüssels, zweier Noten und zweier Linien. Die Gartenfreunde haben die von ihnen gepflegte Anlage zu Ehren der Deutschen Meister so sinnfällig bepflanzt - wenige Tage vor dem Festakt am 23. Juni im nahen Haus der Kunst. Schließlich ist Burscheid auch eine Musikstadt und die jüngst wieder als bestes sinfonisches Blasorchester Deutschlands ausgezeichnete Orchestervereinigung Hilgen ist ihre hörbare Visitenkarte. Lasst Blumen sprechen ...

(Kölner Stadt-Anzeiger, 15.6.2000)

 

Orchesterverein Hilgen wurde Deutscher Meister

Der OHV erspielte sich den begehrten Titel bereits zum zweiten Mal

Burscheid (sch) – “Was Bayer Leverkusen nicht geschafft hat, ist dem OVH gelungen”; mit diesen Worten empfing Bürgermeister Hans Dieter Kahrl gemeinsam mit zahlreichen Fans die frisch gebackenen Deutschen Meister der Blasorchester. Mit Sekt, Transparent und Jubelrufen hießen die Burscheider die erfolgreichen Musiker willkommen.

Im Karlsruher Kongresszentrum konnte sich der Orchesterverein Hilgen gegen zwölf weitere Mitstreiter als bestes Deutsches Blasorchester durchsetzen. Alle vier Jahre veranstaltet der Deutsche Musikrat den Orchesterwettbewerb. Der OVH erspielte sich den begehrten Titel bereits zum zweiten Mal. “Burscheid ist stolz auf euch. Eine bessere Werbung kann die Stadt gar nicht haben”, jubelte Kahrl.

“Es war bis zum Schluss sehr, sehr spannend", berichtet die Pressesprecherin Inka Klewinghaus, “Die Stimmung war super und die Leute haben regen Anteil an dem Wettbewerb genommen." Für Nervenkitzel sorgten die anfänglichen akustischen Probleme. Kurzerhand verlagerte die Jury das Vorspiel in den Einspielraum und mit einstündiger Verspätung konnte der Wettbewerb endlich beginnen. Hinterher schickte dann die Freundin des OVH-Vorsitzenden Günter Haas die Hilgener Musiker aufs Glatteis. Die Mitteilung “Ihr seid zweiter geworden!", löste bei den Musikern keine Begeisterungsstürme aus. Schließlich hatten sich alle Hoffnung auf den Titel gemacht. Doch dann löste Christiane das Geheimnis: “Ihr habt gewonnen!" Dann flossen die Freudentränen und die ganze Anspannung löste sich.

Der OVH trat mit dem Pflichtstück “Bacchanale" des zeitgenössischen Komponisten Rolf Rudin und dem Selbstwahlstück “Atmospheres" von John Golland an.

Zentrale Figur des Erfolges, so teilt Günter Haas mit, sei der Dirigent Johannes Stert. Man habe mit Stert einen Vollblutdirigenten, den “alle suchen, aber keiner findet". (Lesen Sie weitere Einzelheiten über den Wettbewerb in der nächsten Ausgabe der Lokalen Informationen).

(Lokale Informationen, 14.6.2000)


Jetzt lockt Brasilien

Oh wie schön ist Brasilien: Keine vagen Träume, sondern gerechter Lohn sinfonischen Schweiß' und Mühe der Orchestervereinigung Hilgen (OVH) von 1912. Das 60 Musiker umfassende Burscheider Vorzeige-Ensemble konnte beim Deutschen Orchesterwettbewerb in Karlsruhe erfolgreich seinen Titel verteidigen. Die frohe Kunde war zügig bis nach Sao Paulo gedrungen. Nicht ohne stolz hielt am Dienstagabend OVH-Mitglied Hanskarl Kirfel, promovierter Agrarökonom im Bayer-Versuchsgut Höfchen, das Glückwunsch-Fax aus Brasilien in Händen. Die Botschaft: “Das Deutsche Generalkonsulat Sao Paulo würde sich freuen, Konzerte des OVH im Rahmen der 2001 geplanten ‚Deutschen Woche‘ aufführen zu können." Absender: Honorarkonsul Rudolf Schallenmüller, seit langem mit dem Saxophonisten Kirfel befreundet.

OVH-Chef Günter Haas zog unter den Orchesterwettbewerb Bilanz: "Wir haben in der phantastischen Atmosphäre der nordbadischen Stadt denkbar knapp gewonnen - die Vorzeichen waren nicht gerade erfolgversprechend." Was die Wertungsrichter irritiert hatte: Kurzfristig hatte sich der OVH zu Beginn des Jahres von seinem Dirigenten Jürgen Schulz gertennt. Erst im Herbst hatte er den - inzwischen im Kölner Opernhaus als Dirigent fest angestellten - Johannes Stert abgelöst. Seit 1990 leitete der 37-jährige gebürtige Freiburger Stert die musikalischen Geschicke des OVH mit großem Erfolg. Zwar dirigierte Schulz den OVH noch während des Landeswettbewerbes auf die Erfolgsleiter, aber bereits da, so Pressesprecherin Inka Klewinghaus “stimmte die Chemie zwischen Orchester und Dirigent nicht mehr." Und Hanskarl Kirfel ergänzt, dass von Schulz keine Impulse ausgegangen waren: “Es gibt die Ochsentour mit einem guten Handwerker. Es gibt aber auch einen Stert, der mit musikalischer Kompetenz Begeisterung für jede harte Schufterei bei den Proben wecken kann."

Der so Gelobte hörte von den Problemen und sprang in die klaffende Lücke. Mit nur sechs Proben seit dem 6. Mai führte er “seinen" OVH nun zum Erfolg. Elf Blasorchester standen sich im Wettbewerb gegenüber. Insgesamt nahmen letzte Woche am Bundeswettbewerb 121 Orchester mit über 5000 Musikern teil. Der OVH wurde von 16 aktiven Mitgliedern der Jugendmusikschule begleitet. “Wir sind der Fan-Club", sagte ihre Sprecherin Ulrike Pagacz (Querflöte). Die jungen Holz-, Blechblas- und Percussionsspieler bestritten im Karlsruher Rahmenprogram drei erfolgreiche Auftritte. Die Konzerte des OVH unterstützte sie mit Beifall und Bannern.

Und die Zukunft? Haas: “Wir sind intensiv auf der Suche nach einem neuen Dirigenten." Die Ausschreibungen in Fachzeitschriften sind erfolgt. Bis dahin übemimmt der Zweite am Pult, Thomas Brezinka, den Stab. Der Oboist und Dirigent des Niederrhein-Ensembles hat bei Nikolaus Harnoncourt gearbeitet. Die für den 3. Juli vorgesehene Aufführung der “Carmina Burana" bei den Carl-Orff-Festspieltagen in Kloster Andechs hat er bereits im Februar übernommen. Am 11. November bestreitet er mit dem OVH das Herbstkonzert in Opladen. Zuvor aber findet am 23. Juni ein Festakt im Haus der Kunst in Burscheid statt. “Wir hoffen", sagt Günter Haas, “dass wir danach weitere, dringend benötigte Sponsoren finden werden." Auch für die Reisekosten nach Brasilien.

(Kölner Stadt-Anzeiger, 8.6.2000, Timm Gatter)

 


Orchesterverein Hilgen hat Titel verteidigt

Der OVH verteidigte beim fünften deutschen Orchesterwettbewerb seinen Titel als das beste deutsche Blasorchester.

Burscheid. “Als ich Samstagabend die Nachricht bekam, dass der OVH seinen Titel verteidigt hat, habe ich zu Hause ganz alleine für mich die La-Ola-Welle gemacht", erzählte ein Fan, der sich gestern Mittag mit etwa fünfzig anderen Burscheidern auf dem Platz vor der Hauptschule eingefunden hatte.

Gut im Training konnte er dort mit dem Feiern gleich weitermachen. Denn als die beiden Reisebusse, mit denen die Musiker nach Karlsruhe gefahren waren, gegen 15 Uhr um die Ecke bogen, war die Fangemeinde nicht mehr zu halten.

Schampus floss beim Empfang der OVH in Strömen

Wie auf Kommando wurden die Sektflaschen geöffnet und mit der Schampusfontäne auf die noch rollenden Busse gezielt. “OVH Deutscher Meister" hatten einige Anhänger mit großen Buchstaben in Kreide auf den Boden des Platzes geschrieben. Wer erhobenen Hauptes aus dem Bus trat, konnte sich über die Glückwünsche auf den von den Fans hochgehaltenen Bannern freuen. Auch bunte Luftballons hatten sie aufgeblasen, um den Orchesterverein Hilgen gebührend zu empfangen. Musiker und Angehörige lagen sich in den Armen und freuten sich gemeinsam über den Sieg.

Von 25 möglichen Punkten, die die Jury für Kriterien wie musikalische Interpretation und Technik vergab, hatte der Orchesterverein Hilgen beim fünften deutschen Orchesterwettbewerb des Deutschen Musikrates 24 erhalten. Damit lag der OVH mit nur 0,2 Punkten vor dem zweitplatzierten Musikverein “Viktoria" Altenmittlau.

“Dass es knapp werden würde, war uns klar, da wir einige Teilnehmer gehört haben", erzählt OVH-Pressewartin Inka Klewinghaus. “Kritisch war auch, dass viele Teilnehmer dasselbe Pflichtstück (“Bacchanale" von Rolf Rudin) vorgetragen haben”, erinnert sie sich an die spannenden vier Tage, die hinter ihr liegen. “Dazu kommt, dass wir im Mai nur acht bis neun Proben mit unserem neuen und alten Dirigenten Johannes Stert hatten", erzählt sie weiter. Von Dirigent Jürgen Schulz hatten sich die Musiker Ende Februar getrennt, da die “Chemie zwischen Orchester und Dirigent”, so Klewinghaus, nicht stimmte. Trotzdem schaffte es die sechzig Mann starke Truppe, ihre zwölf Konkurrenten hinter sich zu lassen.

(Westdeutsche Zeitung, 5.6.2000, Claudia Weber)

 
 

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