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2003 - Ensemblekonzert
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2003
Neue Leitung
Ensemblekonzert
Orchesterwettbewerb NRW
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Filmmusik ließ die Kirchenmauern beben

Einmal mehr bestätigte der Orchesterverein Hilgen seinen Ruf als meisterliches Amateurensemble beim Konzert in Burscheids Evangelischer Kirche.

VON KLAUS WINTERBERG

Spannend und abwechslungsreich waren nicht nur die unterschiedlichen Besetzungen, in denen sich der Orchesterverein Hilgen präsentierte, auch das Konzertprogramm ließ an Farbe nichts zu wünschen übrig. Kammermusikalische Formationen kontrastierten mit Bläserbesetzungen von sinfonischen Dimensionen und das musikalische Angebot reichte vom 17. bis ins 20. Jahrhundert: ernste und Unterhaltungsmusik aller Schattierungen, bunt gemischt.
Die Begrüßung übernahm ein Posaunenquartett, zuerst festlich, dann feierlich und schließlich mit einem
unendlich traurigen Traditional-Arrangement. Strawinskys "Bläsersymphonie", mit der Silke Löhr, die neue Leiterin des Orchestervereins, ihren Einstand gab, zeigte sich in gemessener Strenge.
Die Kombination von großen, warmen Klangflächen und bewegten Strukturen, Tempo- und Rhythmuswechsel, gestaltete Löhr ungemein präzise und originell. Die dreiundzwanzig Musiker folgten ihr kompetent, konzentriert und inspiriert. "Lazy Brass" hieß das Tubenquintett, das mit englischen Tänzen und amerikanischer Filmmusik die Kirche erbeben ließ. Und "Atemnot" heißt das Klarinettenquartett, das Piazzollas "Geschichte des Tangos" erzählte. Von Atemnot natürlich keine Spur. Das Ensemble zeigte lustvolles, gekonntes Musizieren,alles, was man sich an Temperament und Melancholie erträumen konnte.
Das "Tiefholz-Quartett" stand da kaum nach. Dafür sorgte schon Martin Mudlaff mit seinen Klarinetten. Und mit zwei lustigen Märschen qualifizierte es sich als Botschafter des Humors. Den weitesten musikalischen Weg legte das Saxophonquartett zurück: von Volksliedchen, die mehr durch ihre Bekanntheit überzeugten, und eine erstaunlich gelungene Bach-Kurzfassung liefen sie mit "Saxafrass", einem Jazz-Original, zur Höchstform auf. Zum guten Ausklang musizierten Silke Löhr und ein großes Ensemble Dvoräks "Bläserserenade" in voller Länge und Schönheit. Bei ihrer Auffassung zu Dynamik und Tempogestaltung und bei der gefühlvollen und disziplinierten Umsetzung durch die Musiker, konnte man sich Brahms' begeistertem "schönen erquickenden Eindruck"" gut anschließen. Ein langes, aber kurzweiliges Konzert.

(Kölner Stadt-Anzeiger, 08.04.2003)


Aus vielen Ensembles entsteht ein Bild vom OVH

Der Orchesterverein gab in verschiedenen Ensembles einen Eindruck von seiner Vielseitigkeit. Die neue Dirigentin Silke Löhr führte sich sehr überzeugend ein.

Von Marie-Luise Mettlach

Burscheid. In verschiedenen Formationen, aber doch eigentlich "fast komplett", so Vorsitzender Wilfried Göckemeyer, war der Orchesterverein Hilgen beim Ensemblekonzert in der evangeli-schen Kirche vertreten und stellte dabei auch seine neue Dirigentin Silke Löhr vor. Einige Gruppierungen sind schon des Öfteren mit eigenen Konzerten an die Öffentlichkeit getreten, andere haben sich für dieses spezielle Konzert zusammengefunden. Dem Kirchenraum mögen die eingangs vom Posaunenquartett mit weichem Ton und schön abgestufter Dynamik vorgetragenen Werke des 16./17. Jahrhunderts (von Johann Hermann Schein, Melchior, Franck und aus England), alle für Bläser arrangiert, vielleicht am vertrautesten geklungen haben. Ein Tubenquartett (eigentlich waren es fünf Musiker!) überraschte bei der Interpretation dreier Renaissance-Tänze von Anthony Haiborne mit sattem Klang und einer tänzerischen Leichtigkeit, die man den gewichtigen Instrumenten nicht zutrauen möchte. Die gesicherten Gefilde vertrauter Klänge verließ das Ensemble dann bei dem Tongemälde "Cherokee" des amerikanischen Komponisten John Schooley (geb. 1943), worin besonders die lyrischen Passagen gefielen.
Das Klarinettenquartett "Atemnot" ist den Burscheider Musikfreunden - und nicht nur diesen - schon seit längeren durch seine Auftritte bekannt. Mit der "Histoire du Tango" des in Argentinien geborenen Astor Piazzolla (1921-1992) stellte es erneut seine hohen, in Technik und Musikalität fast professionellen Qualitäten unter Beweis. Ob melodisch und melancholisch, ob übermütig oder getragen, ob verwegen oder ganz still: Die vier Sätze des Werkes, das ursprünglich für Flöte und Gitarre geschrieben wurde, gestaltete das Ensemble mit faszinierender Präzision, Virtuosität und musikalischer Einfühlungskraft.
Märchen und Volksliedchen, eine Bach-Bearbeitung und ein Arrangement des "The Man I Love" von George Gershwin stellte das Saxophonquartett vor und das "Tiefholz"-Ensemble, gebildet aus zwei Klarinetten und zwei Fagotti, brachte mit einem hingetupften "Marionettenmarsch" von Charles Gounod und "Heinzelmännchens Wachtparade" von Kurt Noack zwei Stücke leichteren Charakters zu Gehör. Die dem Letzteren vorangestellte Rezitation des auf den OVH umgedichteten "Heinzelmännchen"-Gedichtes ("Sie würden für uns hier schwitzen, während wir schon bei Bier und Pizza sitzen") sorgte dabei für Heiterkeit. Die größte Formation des Konzertes stellte das "Ensemble OVH" dar, ein veritables kleines Blasorchester unter der subtilen, geschmeidigen und exakten Leitung der neuen Dirigentin. Die Originalkomposition "Symphonies d'instruments a vent" von Igor Strawinsky stellte an die Musiker hohe, weitgehend auch solistische Anforderungen. Silke Löhr gelang es, die Stimmungswechsel deutlich zu machen, so dass vom ersten bis zum letzten Ton ein Spannungsbogen verlief und die Musiker in den Klangfarben schwelgen konnten.
Mit der Bläserserenade von Antonin Dvorak schloss das Konzert. Silke Löhr gestaltete das Werk wie aus einem GUSS, ließ aus ausgiebigen ritartandi und häufigem Zurückgehen ins absolute piano den Klang aufblühen und sich erströmen. Auffallend die vielen pianissimi - sie gaben dem Ganzen einen eher lyrischen als aggressiven Charakter. Silke Löhr lockt auch optisch quasi die Musik aus den Instrumenten heraus: aus den weichen, gesanglichen Oboen ebenso wie aus den stark geforderten Hörnern. Mit einem farbenfrohen Mohnblumenstrauß wurde sie - und mit einer Mohnblume alle Musikerinnen - dann unter dem begeisterten Beifall der Zuhörer geehrt.

(Westdeutsche Zeitung, 08.04.2003)



 
 

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