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Hier finden Sie die Presseartikel über den Orchesterverein aus dem Jahre 2004. Rechts können Sie die verschiedenen Anlässe direkt auswählen.

 


Sie sind schon eine Klasse für sich

Ein a cappella singendes Blasorchester war die Überraschung beim Neujahrskonzert des Orchestervereins Hilgen 1912 in der Festhalle Opladen.

Von Hajo Schroeder

"Auf in den Kampf" heißt die zündende Marschmelodie aus Bizets Oper "Carmen", die das 60-köpfige Bläserensemble gekonnt schmetterte und der das Publikum im vollen Saal viel Beifall zollte. Auf in den Kampf! heißt es aber auch für die zwölf bis 75 Jahre alten Musikanten, wenn sie im Mai beim fünften Deutschen Orchesterwettbewerb den Titel des besten Sinfonischen Blasorchesters zum zweiten Mal nach acht Jahren zu verteidigen haben.

Zum Auftakt konzertierte allerdings eine Kapelle, deren Ehrgeiz anders gewichtet ist: Das Jugendblasorchester der Musikschule Burscheid, einem Verein der überwiegend privaten Förderung, machte mit der sauberen Wiedergabe der Suite aus Händels Feuerwerkmusik deutlich, dass eine Vielzahl seiner Mitglieder das Zeug haben, den OVH dereinst zu verstärken. Sabine Heinrich-Knab, Kultur- und Eventmanagerin aus Köln, die das Programm humorvoll, knackig und mit informativen Schlenkern moderierte, überreichte gerne Blumen, nicht nur an Thomas Sieger, dem Dirigenten der jungen Musiker, für feine Leistung, sondern auch an den einzigen Solisten des Abends.

Im einzigen Originalstück für Bläser, der Charakterstudie "Sancho Pansa" von Siegfried Bethmann, zeichnete Rainer Schottstädt, Solofagottist des Gürzenich-Orchesters Köln, auf seinem Spielgerät virtuos burlesk die Eskapaden des Don-Quichote-Dieners nach. Ansonsten gehörte das Programmfeld dem Orchesterverein Hilgen. Der Wettstreit richtet sich zwar an Laienorchester, doch ist in fortgeschrittenem Stadium die Luft so dünn, dass nur professionelle Ansprüche weiter führen.

Gewährleistung dafür bietet eine schlagkräftig qualifizierte Dirigentin: Seit Januar 2003 hat die umsichtige Silke Löhr aus Köln das Ensemble fest im Griff. Der programmatische Anspruch des "Neujahrskonzerts" war niedriger angesetzt. Es wollte einfach im Stil solcher Ereignisse unterhalten. Bis auf "Sancho Pansa" erklangen nur Bearbeitungen, Appetithappen aus Oper und Konzert. Der Walzer "An der schönen blauen Donau" und die Polkas von Johann Strauß (Sohn) waren eine Verbeugung vor den Wienern Philharmonikers und dem von ihnen kreierten Prototyp zünftiger Neujahrsmusik.

Man kennt das Prozedere: Auf den Abgalopp "Donner und Blitz", den artistisch schnaubenden Basstuben und durch Gegentakt verzögerten Donnerschlägen, die eine aufmerksame Schlagwerkerin präzis aufs Fell der großen Trommel setzte, war der Weg frei für die fetzigste aller Neujahrszugaben, dem Radetzki-Marsch, der die Zuhörer mitriss.

Das erste Stimmungshoch im Saal war indes schon früher erreicht: Überraschend hatten die Musiker ihre Instrumente abgelegt und sich zum mehrstimmig gemischten Chor formiert. Den Song vom "kleinen grünen Kaktus" trugen sie mit dem Witz der legendären Comedian Harmonists vor - "dibbedibbedie" eben.

(Kölner Stadt-Anzeiger, 14.01.2004)


Orchesterverein Hilgen gab Neujahrskonzert

Der Orchesterverein Hilgen gab beim schwungvollen Neujahrskonzert auch ein so überraschendes wie überzeugendes Intermezzo als Chor.

Von Marie-Luise Mettlach

Leverkusen. Strahlend ins neue Jahr: Mit drei Sätzen aus der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel eröffnete das Jugendblasorchester der Musikschule Burscheid unter der Leitung von Thomas Sieger vielverprechend das Neujahrskonzert des Orchestervereins Hilgen in der festlich geschmückten, voll besetzten Festhalle in Opladen. Mit einem bunten Reigen neujahrskonzerttypischer Musikstücke setzte der OVH, seit einem Jahr unter der Leitung von Silke Löhr, das spritzige Konzert fort.
Silke Löhr versteht es, Spannung aufzubauen: Ihr Dirigat ist exakt und animierend. Bei der Ouvertüre zu Verdis Oper "Die Macht des Schicksals" öffnete sich nach jeder Generalpause eine neue musikalische Welt. Die Geschichte von Don Quichotte hat schon mehrere Komponisten gereizt. Siegfried Bethmann widmet sich dem Knappen des "Ritters von der traurigen Gestalt", Sancho Pansa, mit einem reizvollen Kabinettstück für Solo-Fagott und Blasorchester. Rainer Schottstädt, Solofagottist des Gürzenisch-Orchesters Köln, ließ in seinem Spiel alle Facetten des burlesken, kecken und weichherzigen Charakters Sancho Pansa aufleuchten mit virtuosen Läufen, Trillern und einem hinreißend weichen Tonansatz. Das spanische Hintergrund-Kolorit lieferte der OVH.

Spanisch ging es für das Orchester weiter mit dem schmissig gespielten Marsch aus Bizets Oper "Carmen", gefolgt von dem sinfonischen Intermezzo aus der Oper "Cavalleria rusticana" von Pietro Mascagni homogen im Klang und im Aufund Abschwellen der Meodien besonders einprägsam gestaltet. Mit dem Stundentanz aus "La Gioconda" von Ponchielli endete der erste, vornehmlich der Oper gewidmete Teil des Konzertes temperamentvoll.

Nach der Pause, gestärkt durch von Orchestermitglied und Bäckermeister Lothar Kretzer gestiftete Quarkbällchen, konnte sich das Publikum an weiteren musikalischen Leckerbissen erfreuen. Auf den Walzer "An der schönen blauen Donau" von Johann Strauß folgte in einem Arrangement für Blasorchster der Slawische Tanz Nr. 3 von Antonin Dvorak.

Der Rest des Programms war Johann Strauß gewidmet, beginnend mit der "Tritsch-TratschPolka", in der das Orchester durch schwungvolle Brillanz bis in die höchsten Höhen begeisterte. Im folgenden "Perpetuum mobile" zeigte sich, wie leise ein Blasorchester unter kundiger Hand zu spielen vermag: Beginn und Ende dieser "Vision unendlichen Tanzes" (so Moderatorin Sabine Heinrichs-Knab, die durch das Programm führte)stiegen aus kaum hörbarem Pianissimo auf und versanken wieder darin.

Unerwartet und nicht im Programm ausgedruckt dann eine Überraschung: Deutschlands preisgekröntes Blasorchester spielt nicht nur am besten die Mitglieder des OVH können auch singen! Und Silke Löhr erwies sich auch als motivierende Chorleiterin. Locker, leicht und witzig sangen die Musiker "Mein kleiner grüner Kaktus" und ernteten damit begeisterten Beifall.

Dann aber kehrten sie wieder in die ursprüngliche Formation zurück, in den flotten "Vergnügungszug" von Strauß mit seine Synkopen-Akzenten und erheiternden Zugpfeifen und schließlich in die Polka "Unter Donner und Blitz", mit der das Konzert schwungvoll schloss mit dem "Radetzky-Marsch" und einer Wiederholung des Intermezzos aus "Cavalleria rusticana" als Zugabe. Beim Hinausgehen sah man nur frlhliche Gsichter: Ein gutes Omen für das neue Jahr.

(Westdeutsche Zeitung, 13.01.2004)



Führungsduo gibt weiter den Ton an

Wilfried Göckemeyer, bisher Vorsitzender des OVH, und sein Stellvertreter Martin Mudlaff haben die Ämter getauscht. Das Ziel für 2004 lautet Titelverteidigung.

Burscheid. An der Spitze des Orchestervereins Hilgen (OVH) hat es einen Rollentausch gegeben. Auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung haben die Mitglieder des Orchesters einen neuen Vorstand gewählt: Martin Mudlaff löst Wilfried Göckemeyer nach zweijähriger Amtszeit als Ersten Vorsitzenden ab. Göckemeyer bleibt dem Vorstand aber als Mudlaffs Stellvertreter erhalten. Er hatte erst 2002 die Nachfolge von Günter Haas angetreten.

Der 35-jährige Martin Mudlaff ist seit 19 Jahren im Verein aktiv, davon viele Jahre als Vorstandsmitglied, zuletzt als Zweiter Vorsitzender. Zusammen mit seinem Team hat er bereits damit begonnen, die nächsten musikalischen Herausforderungen für den OVH zu planen. So werden sich die 75 Musiker zusammen mit ihrer Dirigentin Silke Löhr Anfang Mai für ein intensives Probenwochenende in die Musikakadamie im sauerländischen Bad Fredeburg zurückziehen. Dieses WochenTel. ende dient der Vorbereitung auf den Deutschen Orchesterwettbewerb am 16. Mai in Osnabrück, wo die Burscheider Musiker zum dritten Mal in Folge den Titel des besten deutschen sinfonischen Blasorchesters erringen wollen. Das Kunststück war dem OVH zuvor schon 1996 und 2000 gelungen, jeweils unter Dirigent Johannes Stert. Erst im vergangenen Jahr konnte mit der Kölner Dirigentin Silke Löhr nach mehreren Jahren des Suchens und Experimentierens dann eine dauerhafte Nachfolgelösung für Stert gefunden werden, der nach seinem Ausstieg 1999 immer wieder eingesprungen war.

Mit zwei Vorbereitungskonzerten will sich der OVH auf die angestrebte Titelverteidigung einstimmen. So ist ein Auftritt beim Kreismusikfest in Kürten-Dürscheid am 2. Mai geplant. Und auch am Vorabend des Wettbewerbs wollen die Bläser nicht untätig bleiben, sondern haben am Samstag, 15. Mai, als Generalprobe noch einen Auftritt in der Festhalle Opladen ins Auge gefasst. Und schließlich laufen auch schon Planungen für das Jahr 2005, wo der OVH unter anderem Konzerte im Rahmen der Landesgartenschau in Leverkusen geben möchte.

Neben den Vorsitzenden wurden auf der Jahreshauptversammlung weitere Vorstandsmitglieder gewählt oder in ihren Ämtern bestätigt: Jörg Winkelhausen (Finanzen), Silke Mudlaff (Schriftführung), Claus Frese (Instrumente), Sybille Spang (Noten), Verena Schlösser (Jugendarbeit) und als Beisitzer Bernhard Heinl, Wolfgang Neu und Julia Schottstädt.

(Westdeutsche Zeitung, 15.04.2004)



Bläser holen im Sauerland Luft

Vor dem großen Orchester-Wettbewerb zieht sich der Titel-Verteidiger OVH zu Proben in die Musikakademie zurück.

Burscheid. So viele Orchester gab es noch nie bei einem Deutschen Orchesterwettbewerb: 145 Ensembles mit rund 5400 Musikern werden vom 15. bis 23. Mai am 6. Deutschen Orchesterwettbewerb in Osnabrück teilnehmen. Mit 75 Aktiven ist der Orchesterverein Hilgen (OVH) als Titelverteidiger dabei. In der Sparte "Symphonisches Blasorchester" haben sich neben dem OVH weitere neun Orchester aus verschiedenen Bundesländern qualifizieren können. Die Burscheider Musiker, die den Wettbewerb 1996 und 2000 jeweils gewinnen konnten, haben sich in diesem Jahr ein besonders schwieriges Programm vorgenommen: Neben dem Pflichtstück "Variations on a theme of Robert Schumann" steht "A Night On Culbin Sands" auf dem musikalischen Fahrplan. Auch "Ida fährt Schlittschuh eine traurige Humoreske für symphonisches Blasorchester" vom ehemaligen OVH-Dirigenten Johannes Stert wird gespielt.

"Dieses Werk führt uns technisch an Grenzbereiche unserer Leistungsfähigkeit heran", meint OVH-Vorsitzender Martin Mudlaff. "Wir haben uns aber bewusst für dieses Programm entschieden, weil uns klar ist, dass eine weitere Titelverteidigung schon aus politischen Gründen sehr schwierig sein wird." Anderen Top-Orchestern vergehe natürlich die Lust am Wettbewerb, wenn immer die Burscheider gewännen. Deshalb wurden und werden die Vorbereitungen so aufwändig wie nie zuvor gestaltet. Mit ihrer Dirigentin Silke Löhr ziehen sich die Musiker über das erste Maiwochenende in die Musikakademie im sauerländischen Bad Fredeburg zurück.

Weiterhin sind zwei Vorbereitungskonzerte in Planung. Den Burscheidern bietet sich am Samstag, 15. Mai, die Möglichkeit, das Programm zu hören. An diesem Abend veranstaltet der OVH zusammen mit dem Kinderund Jugendorchester der Musikschule Burscheid ein Benefizkonzert zu Gunsten der Kinderkrebshilfe Leverkusen in der Festhalle in Opladen. Karten für diese Veranstaltung gibt es in den Filialen der Bäckerei Kretzer, bei Vereinsmitgliedern sowie eine Stunde vor Konzertbeginn an der Abendkasse.

(Westdeutsche Zeitung, 1.05.2004)


Zum dritten Mal Meister-Bläser

Der Orchesterverein Hilgen von 1912 (OVH) errang am Sonntag zum dritten Mal den Meistertitel.

Die Heimfahrt des Orchestervereins Hilgen von 1912 am Sonntagabend im Bus von Osnabrück nach Burscheid glich einem Triumphzug in heiterer Stimmung. Wenige Stunden zuvor hatten die Musiker unter der Leitung von Silke Löhr im Wettbewerb um „Deutschlands bestes Laienorchester“ gegen weitere acht Orchester aus der ganzen Bundesrepublik den Sieg davon getragen. Damit holte sich der OVH zum dritten Mal hintereinander den Meistertitel.

Unter den drei Wettbewerbsstücken - darunter Variationen zu Schumanns „Fröhlichen Landmann“ - war auch eine Komposition des ehemaligen OVH-Dirigenten Johannes Stert „Ida fährt Schlittschuh“. Erst am Monat kehrte die Orchesterleitung mit Martin Mudlaff von Osnabrück zurück - die Begeisterung über den neuerlichen Titel war über Handy unüberhörbar: „Am Dienstagabend haben wir Probe in der Hauptschule, aber da wird auch noch gefeiert.“ Zu den ersten Gratulanten zählte Bürgermeister Hans Dieter Kahrl. Er hatte am Samstagabend die „Generalprobe“ beim Benefizkonzert zugunsten des Vereins „Leverkusen hilft krebskranken Kindern“ verfolgt und begeistert Anerkennung gezollt: „Die Leistung des OVH ist eine hervorragende Imagewerbung für die Musikstadt Burscheid.“ (tim)

(Kölner Stadt-Anzeiger, 18.05.2004)


Allen anderen ganz klar den Marsch geblasen

Der Orchesterverein Hilgen hat zum dritten Mal den Deutschen Orchesterwettbewerb als bestes symphonisches Blasorchester gewonnen.

Von Tanja Schmidt-Mende

Burscheid/Osnabrück. "Jetzt gebt alles oder nichts", raunte Dirigentin Silke Löhr ihren 70 Musikern direkt vor dem Auftritt am Sonntag zu. Und so hat der Orchesterverein Hilgen (OVH) zum dritten Mal den Deutschen Orchesterwettbewerb in der Sparte "Symphonisches Blasorchester" gewonnen. Und zwar mit einem deutlichen Vorsprung: 24,5 von 25 möglichen Punkten konnten die Hilgener für ihre Darbietung verbuchen. Mit 22,9 Punkten belegte die Stadtkapelle Wangen aus Baden-Württemberg den zweiten Platz.

"1996 und 2000 war das Ergebnis viel knapper", erinnert sich OVH-Vorsitzender Martin Mudlaff und das, wo die Musiker schon befürchtet hatten, aus taktischen Gründen gar nicht mehr zu gewinnen: "Für die anderen acht Orchester ist unser Erfolg auf Dauer ja frustrierend", überlegt Mudlaff. Umso mehr freut ihn begeistertes Lob nicht nur von der Jury, sondern auch von den Mitbewerbern.

Die aufwändige Vorbereitung zwei Probewochenenden und zwei Konzerte hat sich ausgezahlt. "Andere Orchester haben kein oder nur ein Probewochenende gehabt, und das nicht auswärts. Wir waren zwei Tage im Sauerland. Das hat wohl viel gebracht", analysiert Mudlaff den Erfolg. Schon die Auswahl des Programms habe die Überlegenheit der Hilgener gezeigt: "Andere haben auch hervorragend gespielt. Aber ihre Stücke waren eben einfacher."

Der OVH startete sein Programm mit "A Night on Culbin Sands" von Alexander Comitas. Über einer rauen schottischen Bucht braut sich ein musikalischer Orkan zusammen, er stürmt und braust, um am Ende wieder abzuklingen. Das Stück "Ida fährt Schlittschuh" schrieb der Komponist und langjährige Dirigent des OVH, Johannes Stert, den Musikern geradezu auf den Leib. "Er kennt unsere Grenzen und fordert uns technisch absolut heraus", berichtet Mudlaff. Abschluss des maximal 30-minütigen Wettbewerb-Konzerts war das vorgegebene Pflichtstück, eine Schumann-Variation von Robert Jager. Damit konnte der Verein ein furioses Finale setzen. Die Jury achtete mit der Stoppuhr auf die Zeit. "Wir wussten, dass wir am Limit lagen und haben an einigen Tempistellen nochmal deutlich zugelegt", freut sich Mudlaff, der eine der Bassklarinetten spielte. Obwohl es "kleine Wackler" gegeben habe, sei der Applaus deutlich größer gewesen als bei den anderen Blasorchestern. "Silke Löhr musste noch einmal rauskommen, das war ungewöhnlich" so ahnten die Musiker ihren Erfolg bereits, bevor gestern die offizielle Wertungsliste ausgehängt wurde.

Heute Abend fällt die wöchentliche Probe ausnahmsweise einmal aus. Ab 20 Uhr feiern Musiker mit Freunden und Fans an der Hauptschule ihren großen Sieg.

(Westdeutsche Zeitung, 18.05.2004)


Das beste deutsche Blasorchester ist in Burscheid zu Hause

Burscheid (sch) - Als strahlende Sieger kehrten die 75 Musikerinnen und Musiker des Orchestervereins Hilgen (OVH) vom größten deutschen Orchesterwettbewerb in Osnabrück zurück. Bereits in den Jahren 1996 und 2000 konnten sich die Burscheider den Titel des besten deutschen Blasorchesters sichern.

"In diesem Jahr mussten wir voll auf Risiko gehen und hatten ein besonders schweres Programm ausgewählt. Doch nicht nur das Orchester, sondern auch unsere junge Dirigentin Silke Löhr zeigte phänomenale Leistungen", freut sich der Vorsitzende Martin Mudlaff über den Erfolg. Der Burscheider Musikverein setzte sich gegen neun Konkurrenten durch und glänzte durch Bestleistung.

Neben dem Pflichtstück "Variations on a theme of Robert Schuhmann" des amerikanischen Komponisten Robert Jager (zuletzt beim Openair-Konzert in Burscheid aufgeführt) stand "A Night On Culbin Sands" auf dem Programm, ein Werk, das schon beim Weltmusikwettbewerb in Kerkrade als damaliges Pflichtstück in der höchsten Wertungsklasse gespielt wurde.

Außerdem glänzten die Musiker mit der gerade fertig gewordenen Komposition "Ida fährt Schlittschuh" ihres ehemaligen Dirigenten Johannes Stert. "Ein hammerhartes Stück, doch unsere intensive Probenarbeit hat sich schließlich ausgezahlt", erklärt Mudlaff. Am 16. Juli, 20.30 Uhr, findet auf dem Kirchenvorplatz in der Innenstadt erneut ein Openair-Konzert mit dem OVH statt.

(Lokale Informationen Burscheid, 26.05.2004)


Mit der Leichtigkeit eines Sommerabends

Das Konzert des OVH in der Kirchenkurve ist nicht nur Musik, sondern auch Lebensgefühl.

Von Susanne Gippert

Burscheid. Eigentlich wollte sie nur eine kleine Radtour machen, doch angelockt von herrlichen Tönen fand sich eine Dame aus Hilgen plötzlich mitten in einem Openairkonzert der besonderen Art.

Wie auch schon im vergange­nen Jahr bot die als Freilichtbüh­ne geradezu prädestinierte West­seite der evangelischen Kirche, ins abendliche Sonnenlicht ge­taucht, einen wunderschönen Anblick für die musikbegeister­ten Zuhörer, die schon um kurz nach 20 Uhr alle aufgestellten Stühle belegt hatten. Da tummel­te sich Groß und Klein in der Kir­chenkurve, man stärkte sich an den hervorragenden Bratenbrötchen - wie die kleine Tabea, deren Gesicht fast ganz hinter dem großen Leckerbissen verschwand - oder ließ sich von fleißigen Hel­fern ein kühles Kölsch bringen.

Pünktlich gegen 20.30 Uhr er­öffnete das zwölfköpfige Blech­bläserensemble des Orchester­vereins Hilgen mit einer „Fanfa­re" (Paul Dukas, 1865-1935) un­ter Leitung von Ulrich Haas, der bedenklich auf der kleinen Kir­chenmauer balancierte. Der OVH -Vorsitzende Martin Mudlaff be­grüßte darauf die Zuhörer ange­sichts des strahlend blauen Him­mels: Wie haben wir das gemacht mit dem Wetter?" - „Su­per!!!" klang es ihm da hundert­fach entgegen.

Nur eines trübte diesen Som­merabend: Denn wie schon beim Empfang am Wochenanfang be­kannt geworden war, verlässt die beliebte Dirigentin Silke Löhr nach eineinhalb Jahren glückli­cher Zusammenarbeit den OVH aus beruflichen Gründen. Doch Abschiedsschmerz wollte man bei diesem Programm, durch das Günter Haas informativ und kurzweilig zugleich führte, gar nicht erst aufkommen lassen.

Beginnend mit Beckenschlag und Paukenschlägen, entführten die „Armenischen Tänze" (Alfred Reed) in den sonnigen Süden und Georges Bizet (1838-1875) ist ge­eignet, um provencialisches Flair aufkommen zu lassen. Ein schö­ner Einfall war es auch, dem gro­ßen OVH (rund 70 Mitglieder) im Wechsel Blechbläser- und Holzbläserensemble in den Vorder­grund zu stellen.

Da war dann schon mal eine kleine Umgruppierung nötig, nach der dann mitten in der Zu­schauermenge die bekannten Melodien der „Zauberflöte" (Wolfgang Amadeus Mozart) er­klangen. Begeisterten Applaus riefen aber auch moderne Werke wie „The seventh night of July" des Japaners Itaru Sakai (geb. 1970) hervor. „Am 7. Juli zeigt sich das hellste Sternendreieck, was in Japan ein großes Volksfest ist“, erläutert Haas.

Das Musikfest in der Kirchenkurve sollte noch bis 23 Uhr weitergehen, wobei mit jazzigen Klängen hier mal eine Katze zum Leben erweckt wurde (Chris Hazel: „Kraken") oder auch „Echoes of Harlem" (Jim Parker) ertönten.

Manches Kind hielt es da kaum auf dem Sitz, da tanzte ei­ner am Rande mit, dort versuchte eine die eleganten Bewegungen von Silke Löhr zu imitieren, die sich und den OVH in glänzender Form präsentierte.

Mit der „Jazz Suite No. 2" (Dimitrij Schostakowitsch, 1906- 1975) klang dieser Abend natürlich nicht ohne eine geforderte Zugabe aus - mit Standing Ovations bedacht von den Zuhörern, die völlig in den Bann dieses großartigen Orchesters geraten waren.

Blumen und Applaus zum Abschied der 37-jährigen Silke Löhr gab es reichlich, doch der Orchesterverein blickt trotz noch ungeklärter Nachfolge selbstsicher in die Zukunft und verspricht bereits für den 19. Dezember wieder ein festliches Konzert im Altenberger Dom.

Westdeutsche Zeitung, 19.07.2004


Mit engelgleicher Stimme

von Jan Sting

Der Orchesterverein Hilgen führte mit Johannes Stert im Altenberger Dom dessen „Engellieder“ auf.

Burscheid - In diesen Tagen rückt er wieder so ganz ins Zentrum der Konzertprogramme, wird von Zuhörerscharen bevölkert, die es nach musikalischer Klangfülle dürstet, wie den Hirsch nach frischen Wassern: Der Altenberger Dom scheint ein Inbegriff für Festlichkeit zu sein. Selbst die Baustelle ist hübsch anzuschauen, wirkt das ganze Szenario doch wie auf einem Bild des alten Meisters Pieter Breughel. Und so wird bei vielen Musikvereinen auch an gezuckerten Ave Marias aller Bearbeitungen nicht gespart. Denn dann gibt es garantiert Zugaben.

Nun waren die Kirchenbänke im Dom am Sonntag nicht einmal alle besetzt. Und es gab auch keine Zugabe. Trotzdem kommt die Architektur selten so zur Geltung wie bei diesen Tönen, die der Orchesterverein Hilgen unter dem Dirigat von Johannes Stert am Sonntag spielte. Eine durchdachte Dynamik, schlanke, aber kräftige Tonfarben und die besonnene Ruhe eines vertrauten Zusammenspiels machten den Konzertbesuch zu etwas Besonderem. Alle Register wurden in Arnold Schönbergs „Thema und Variationen opus 43 a“ gezogen, so dass es eine Menge zu hören und zu schauen gab. Nach wie vor wirkt Schönbergs Werk ungemein modern, während die „Sinfonia Sacra“ des 1921 im französischen Laon geborenen Désiré Dondeyne mitunter schon wieder an die Impressionisten erinnerte.

Eingangs und ausgangs standen Arvo Pärts „Fratres“ auf dem Programm. Zuerst in der Bearbeitung von Beat Brinner. Während die Mitglieder des Blasorchesters größtenteils schon auf ihren Plätzen saßen, spielte im hinteren Teil des Kirchenschiffs ein Bläseroktett wie aus dem Nichts. Das gleiche Stück hat Johannes Stert nun für ein ganzes symphonisches Blasorchester arrangiert, und das war dann am Schluss zu hören. Pärt stimmt in seinen Fratres auf die Tintinnabuli (Glöckchen) an. Für ihn, sagt er, sei es ein erstaunlicher Vorgang - die Flucht der Mönche in die freiwillige Armut. Mit dem Notwendigsten kommt auch die Komposition zurecht.

Stert, der sich mit Pärt befasste, hat auch eine Eigenkomposition in das Programm aufgenommen, die am dritten Adventssonntag in St. Michael in Köln uraufgeführt wurde. Es sind die „Engellieder“, die Vertonung zweier von insgesamt sieben Gedichten Rainer Maria Rilkes. „Engellieder“ - das klingt schlicht, kindhaft und anrührend. Gleichzeitig verpflichtet die Auswahl eines solchen Namens. Weckt er doch Erinnerungen an Alban Bergs Violinkonzert „Dem Andenken eines Engels“ - an Manon Gropius-Mahler, die mit 18 Jahren starb.

Rilke lässt seinen Engel im Gedicht frei, nachdem er ihn lange nicht loslassen konnte. Enge und Zerrissenheit sind in den Liedern zu hören, zeitweise klingen sie wie ein Crash, dann kommen langsam tröstliche Töne. Engelgleich - der Soprangesang von Claudia Rohrbach. Stert hat sich mit Rilke einen Dichter ausgesucht, der sich nach Einschätzung des Literaturwissenschaftlers Rüdiger Görner, wie kein anderer der Moderne auf das Engelmotiv verstand. Die Komposition ist dem ebenbürtig.

(Kölner Stadtanzeiger, 21.12.2004)

 
 

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Serenadenkonzert

am 6.7.2019 um 19:30 findet wieder unser traditionelles Serenadenkonzert in der Kichenkurve in Burscheid statt

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