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2005 - Weite Wege zur Orchesterprobe
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Weite Wege zur Orchesterprobe

Der Orchesterverein Hilgen lockt mit seiner Qualität Musiker aus der Umgebung an. Selbst eine Engländerin ist dabei.

Von Susanne Gippert

Burscheid. Hell erleuchtet ist die Aula der Friedrich-Goetze-Hauptschule jeden Dienstagabend von 19.30 bis 22 Uhr und das lockt schon mal einen späten Spaziergänger an die Glasscheiben, der da Trompetenklänge und Oboentöne vernommen hat.

Der Orchesterverein Hilgen, kurz OVH, nutzt die Räumlichkeiten zur wöchentlichen Probe, wobei einige Musiker sogar aus Essen und Dortmund anreisen, wie Trompeter Rainer Berns erzählt. Er selbst hat da aus Leichlingen allerdings keinen allzu weiten Weg.

Ganz im Gegensatz zu Sabine Sieger. Sie spielt Oboe und nimmt die Strecke aus Duisburg seit anderthalb Jahren gerne auf sich. „Außerhalb gibt es nicht so viele Alternativen", sagt sie. Jedenfalls nicht, was Qualität und Anspruch angeht. Denn die meist jungen Musiker (20 bis 40 Jahre) halten den Titel ,,Bestes Symphonisches Laienblasorchester Deutschlands", den sie zuletzt 2004 erfolgreich vereidigten. Dabei bezeichnet der Begriff ,,Laien" allerdings keine Anfänger, sondern stellt nur klar, dass es sich nicht um Berufsmusiker handelt.

So ist Stefan Heider Informatiker und Arnaud Belloche als Astrophysiker an der Uni Bonn tätig. Im
Orchesterverein spielen sie Klarinette. Unter den etwa 60 Musikern ist Ulli Haas mit einer Anstellung an der Oper Duisburg daher eine Ausnahme. Doch auch einige Musikstudenten profitieren von der anspruchsvollen Blasorchesterliteratur, die unter dem erfahrenen Dirigenten Johannes Stert angeboten wird.

Im Augenblick handelt es sich da unter anderem um die sechssätzige Kassation in B (KV 99, 63a), von Mozart in einer Bearbeitung von Stert. Nachdem Silke Löhr im letzen Sommer ihr erfolgreiches Dirigat mit einem mitreißendem Open-Air-Konzert in der Burscheider ,,Kirchenkurve" aus beruflichen Gründen abgab konnte der OVH Stert, der schon von 1990 bis 2000 als erster Dirigent fungierte, zurück gewinnen. ,,Ich mache das gerne weiter!", betont Stert.

Trotz der Beanspruchungen als Gastdirigent an der Kölner Oper und in Graz, sowie bei der
Bläsephilharmonie Südwest, will er die nächsten zwei Jahre auf jeden Fall dem OVH treu bleiben.

Alex Glyn (Fagott), eine Engländerin, die seit August in Burscheid ein Praktikum macht, ist froh über ,,das gute Niveau" und die nette Atmosphäre unter den Musikern. Über das Internet ist sie aufmerksam geworden, dass hier noch Musiker gesucht werden. Vor allem Klarinettisten sind eingeladen, Kontakt aufzunehmen.

Angst vor einer Prüfungssituation braucht man aber nicht zu haben: ,,Jeder kann einfach mal zur Probe am Dienstag kommen und mitspielen", gibt Sieger Auskunft. So wie es auch Lars Jesse getan hat, für den Wilfried Göckmeyer in der Pause eine Mitfahrgelegenheit sucht, denn er hat im Moment noch keinen Führerschein. Kein unlösbares Problem: ,,Es bilden sich hier oft Fahrgemeinschaften", erklärt Stefan Heider, der aus Hennef kommt und seinen Bonner Kollegen Belloche schon mal mitnimmt.

Eine Reise nach Schladming in Österreich wird momentan auch schon geplant. Zum ,,Mid-Europe
Festival" kommen Orchester aus der ganzen Welt, um ,,neue Richtungen der Blasmusik vorzustellen", wie Stert erläutert. Im Rahmen des Mozartjahres 2006 treten sie mit ihrer Kassation dort im Begleitprogramm auf.

Aber auch im Bergischen können sich Liebhaber der Blasorchestermusik auf neue Auftritte freuen, wie im März in Leichlingen. Die Konzerte sollen vermehrt in der näheren Umgebung wie der Wuppertaler Stadthalle stattfinden und für Dezember 2006 ist ein besonderes Konzert im Altenberger Dom geplant, bei dem die Zuhörer aktiv einbezogen werden sollen", macht Stert neugierig.

Westdeutsche Zeitung, 10.12.2005

 




 
 

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