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Komponist gab gleich Auskunft zu seinem Werk

Für die Opladener Stadthalle hatte der OVH ein überwiegend zeitgenössisches Programm zusammengestellt und überzeugte durch seine Klangvielfalt.

Leverkusen. zabelsterDer Orchesterverein Hilgen ist ein ausgezeichnetes sinfonisches Blasorchester, das unter der musikalischen Leitung von Johannes Stert wieder einmal ein großartiges Konzert aus seinem umfangreichen Repertoire gab. Noch am Vortag hatten die Musiker in Leichlingen ein völlig anderes Programm geboten.
Erweitert um Kontrabass, Perkussion und Harfe, hatte sich am Sonntag das Orchester, etwas beengt, auf der Bühne der Opladener Stadthalle eingefunden. Mit einer Ausnahme wurden Werke zeitgenössischer Komponisten aufgeführt. Einen davon bekamen die Zuhörer leibhaftig zu Gesicht: Der in Lüdenscheid lebende und in Düsseldorf lehrende Frank Zabel wurde auf der Bühne von Bernhard Heinl zu seiner musikalischen Entwicklung und zu dem hier aufgeführten Werk befragt.

Mit Zabels "Sinfonischen Variationen" über einen Marsch aus Prokofieffs "Liebe zu den drei Orangen" begann das Konzert. Die an Barockoder klassische Musik erinnernden Satzbezeichnungen standen hier für überaus lebendige moderne Musik, während die "Valse melancolique" nicht minder lebendig, aber in harmonischer Hinsicht fast traditionell komponiert schien. Die unterschiedlichen Klangfarben der Instrumentengruppen kamen, wie überhaupt bei allen Werken, wunderbar zur Geltung.

Auch das Stück "Windblitz" des 1941 geborenen Briten Derek Bourgeois stellte an das Können und die Sensibilität der Musiker hohe Anforderungen. Vom Sujet her vielleicht eine kleine Verneigung vor Beethoven; bisweilen hätte man mit diesem ausrufen mögen: "Freunde, nicht diese Töne!" Insgesamt aber war es trotz einiger kompositorischer Plattheiten ein fast synästhetisches Erlebnis.

Herzerwärmend und beeindruckend dann die Vorträge der vier jungen Teilnehmer und Preisträger des Wettbewerbs "Jugend musiziert": Unter Klavierbegleitung spielten Tobias Otten (Saxophon), Lucas Lies (Tenorhorn), Niklas Haas und Sven Haas (jeweils Posaune). Die Zahl der täglichen Übungsstunden, die ihre beachtlichen Leistungen erst möglich machten, lassen sich nur erahnen.opladen2
Das Hauptwerk des Abends war die 1994 komponierte "Third Symphony" von James Barnes. Der 1949 geborene amerikanische Komponist ist seit 1977 Professor an der Universität von Kansas. Während er im Jahr 1994 an seiner "Third Symphony" arbeitete, starb seine Tochter Natalie, und so widmete er ihr den dritten Satz des Werkes, "Mesto" überschrieben, was den traurigen und gedankenschweren Charakter dieser Musik bezeichnet.

Ein mutmachendes Geschehen dagegen, die Geburt seines Sohnes, spiegelt sich im Finale mit dem Hinweis "Allegro giocoso". Wie im "Mesto" leuchtet auch hier ein Choral auf, aber jetzt ist die Wirkung lieblich und ermutigend. Alle Facetten und Farben des Orchesters werden in diesem Werk überaus fantasievoll genutzt, nicht zuletzt die der Perkussion. Die schöne, originelle und auch vom geistigen Gehalt her anspruchsvolle Musik wurde kongenial dargeboten.

Nach dem langen und gewiss kräftezehrenden Konzert gab es noch eine Zugabe: den Walzer aus Schostakowitschs Jazz-Suite Nr. 2; wahrhaft rauschend, dekadent, russisch geprägt.

(Westdeutsche Zeitung, Almuth Masche, vom 14.3.2006)

 



 
 

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