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Neubürger: Von Luxemburg ins Bergische der Musik wegen

Seit Ende Juli lebt Familie Perthel in der Lindenstadt. Der BV begleitete die Neubürger bei ihrem Alltag in der neuen Wahlheimat.

Burscheid. Als sehr freundlich haben Magali und Klaus Perthel den Service im Bürgerbüro empfunden: Zusammen mit ihren beiden Söhnen Aurel (5) und Tibor (2) ist das Paar Ende Juli von Luxemburg nach Burscheid gezogen. "Vor etwa einem Jahr habe ich per E-Mail um Informationen über die Stadt gebeten. Wir haben eine nette und ausführliche Antwort erhalten", berichtet Klaus Perthel.

Einer der Gründe, warum die Familie Burscheid als neuen Wohnort gewählt hat, besteht in den drei Buchstaben OVH, die für den Orchesterverein Hilgen steht, in dem Klaus Perthel seit Jahren spielt. Nicht nur wegen der Musik sei das Orchester "sehr, sehr wichtig". Es hätten sich daraus auch viele Freundschaften ergeben, berichtet Magali Perthel. So verwundert es nicht, dass Klaus Perthel zusammen mit einem anderen Musiker im erst halb fertig eingerichteten Wohnzimmer ein Duett für die Hochzeit eines weiteren Orchestermitglieds einübt.

Neben dem OVH sprach auch die Nähe zu Dabringhausen für die neue Wahlheimat. Dort lebt Klaus Perthels Vater. Außerdem ist die Nähe zu Köln wichtig, denn, von dort ist die schnelle Zugverbindung nach Paris gesichert. "Ursprünglich komme ich aus Paris. Meine Eltern haben bis vor kurzem noch da gewohnt, sind jetzt aber nach Südfrankreich gezogen", erläutert die Französin.

Bereits seit zweieinhalb Jahren pendelt Klaus Perthel zwischen Luxemburg und dem Bergischen Land hin und her aus beruflichen Gründen und weil seine Mutter sehr krank war. "Wir haben eigentlich noch nie richtig zu viert gewohnt, wenn man von den Wochenenden absieht", so Magali Perthel. Dieser Zustand sollte nun ein Ende haben.

Wobei ihr dieser Schritt nicht leicht gefallen ist: "Ich habe in einem Unternehmen gearbeitet, das spezielle Tanzböden anbot. Der Job war sehr interessant." In Luxemburg, wo der Lifestyle eher französisch als deutsch sei, ging Tibor in den Kindergarten und Aurel bereits in die Schule.

"Ebenso wie in Frankreich ist es normal, dass die Kinder schon ab drei Monaten in die Krippe gehen können. Ab vier bis sechs Jahre ist es Pflicht, dass sie in eine Vorschule gehen, bevor dann für sie mit sechs die Schule beginnt", erklärt Magali Perthel, die den deutschen Begriff Hausfrau nicht mag: "Im Französischen heißt das Mère au foyer. Foyer war früher der Raum, wo das Feuer brannte, wo es gemütlich ist. Dieser Begriff ist für mich positiver belegt, als der Deutsche."

Sie sei gerne Mutter, aber lege aber auch Wert darauf wieder berufstätig sein. "Das dauert sicherlich noch etwas. Zunächst müssen wir uns hier einrichten." Sehr froh ist sie darüber, dass Aurel bereits in die "Arche Noah" gehen kann. Tibor hingegen muss sich noch bis Januar gedulden, bis er auch einen Kindergartenplatz bekommt.

Als Klaus Perthel seiner Frau das Haus an der Altenberger Straße gezeigt hat, war sie davon gleich angetan. "Wir wollten gerne ein altes Haus haben, denn es hat eine Seele und es hat eine Geschichte. Dieses hier wurde 1914, als der Krieg anfing, gebaut und blieb über drei Generationen in derselben Familie. Jetzt haben wir es gekauft, eine deutsch-französische Familie. Das ist für mich ein schönes Zeichen, dass Frieden möglich ist", freut sich Magali Perthel, die mit ihren Söhnen französisch spricht. Die Familiensprache ist aber deutsch.

Zwar haben die Perthels acht Jahre in Luxemburg gewohnt, aber dort sei es schwer gewesen, sich zu integrieren. "In Deutschland ist das Vereinsleben viel stärker ausgeprägt als in Frankreich und Luxemburg", sagt Klaus Perthel. "Na, klar, wir Franzosen sind abends zu müde, weil wir so viel arbeiten", neckt seine Frau. "Ihr seid zu müde, weil ihr so viel esst", entgegnet er augenzwinkernd.

Mit dem Essen in Deutschland kann sich die Französin aber nicht so richtig anfreunden. Sie vermisst die langen Fischtheken sowie die ansprechende Präsentation der frischen Waren. "In Luxemburg ist es wunderbar, Essen zu kaufen. Wenn man auf den Markt geht, da strahlt einen der Salat nur so an", pflichtet ihr Mann ihr bei. Magali Perthel will künftig auch in den hiesigen Hofläden kaufen: "Da bekommt man Produkte aus der Region. Ich bin zwar europäisch, aber auch sehr regional."

18.08.06, von Constanze Nieder (WZ)



 
 

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