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OVH: Keine Titelverteidigung in der Wuppertaler Stadthalle

Deutscher Orchesterwettbewerb: Der dreifache deutsche Meister verzichtet wegen der hohen Gebühren auf einen Start.

Burscheid. Eigentlich waren die Voraussetzungen denkbar optimal: Mit der Höchstwertung bei der Landesausscheidung hatte sich der Orchesterverein Hilgen (OVH) im vergangenen November für den Deutschen Orchesterwettbewerb qualifiziert. Und da diesmal Wuppertal Austragungsort ist, hätte Anfang Mai auch eine größere Fangemeinde den OVH beim Versuch begleiten können, zum vierten Mal in Folge den Sieg in der Kategorie „Sinfonisches Blasorchester“ davonzutragen. Doch gestern hat der OVH die Teilnahme überraschend abgesagt.

„Es ist sicher nicht in Ihrem Interesse, dass die Teilnahme nur noch für finanzstarke Ensembles möglich ist.“

Protestschreiben des OVH

Als Grund nennt das Orchester den um 250 Prozent gestiegenen Teilnehmerbetrag. 2004 waren noch 20Euro pro Musiker fällig, in diesem Jahr sind es 70 Euro. Bei 70 Teilnehmern hätte der OVH für einen Start also 4900Euro zahlen müssen. „Und die darin enthaltenen Übernachtungen hätten wir wegen der Nähe zu Wuppertal gar nicht in Anspruch nehmen dürfen“, sagt der OVH-Vorsitzende Martin Mudlaff. Stattdessen habe der Deutsche Musikrat als Ausrichter angeboten, für alle Wettbewerbstage den Bustransfer zu übernehmen. „Aber weil unsere Musiker nicht nur in Burscheid wohnen, macht das keinen Sinn. Sie wären privat angereist.“

Laut Mudlaff hat die saftige Erhöhung auch in anderen Orchestern für Unmut gesorgt. In Oldenburg überlege man ebenfalls, die Anmeldung zurückzuziehen. „Die Verärgerung ist überall gleich.“ In einem Protestschreiben des OVH an den Beauftragten für Kultur und Medien der Bundesregierung, den Hauptgeldgeber des Musikrates, heißt es: „ Es ist sicher nicht in Ihrem Interesse, dass die Teilnahme am Deutschen Orchesterwettbewerb nur noch für finanzstarke Ensembles möglich ist.“

Als Bürgermeister Hans Dieter Kahrl von der drohenden Absage erfuhr, habe er laut Mudlaff noch angeboten, sich um Hilfe durch die Burscheid-Stiftung zu bemühen. „Aber das hätten wir nicht guten Gewissens annehmen können. Das Geld kann man sicher sinnvoller ausgeben.“ Aus Sicht des Vorsitzenden müsse man angesichts aufgeführter Stiftungen und Sponsoren den finanziellen Aufwand des Wettbewerbs generell infrage stellen.

Etwa eine Million Euro koste die gesamte Veranstaltung, sagte Helmut Schubach, zuständiger Projektleiter des Musikrates, gestern gegenüber dem BV. „Wir haben die Ausschreibung vor zweieinhalb Jahren in der Hoffnung beschlossen, noch einen Großsponsor zu finden.“ Aber diese Hoffnung habe sich zerschlagen, sodass es bei der Gebührenerhöhung geblieben sei.

„Wir haben die Ausschreibung vor zweieinhalb Jahren in der Hoffnung beschlossen, noch einen Großsponsor zu finden.“

Helmut Schubach, Projektleiter des Wettbewerbs

Nach Angaben des Projektleiters habe Kulturstaatsminister Bernd Neumann seit 2005 die Zuschüsse an den Musikrat für die Ausrichtung von Wettbewerben drastisch gekürzt. „Uns fehlen daher 200000 Euro, die irgendwo aufgefangen werden müssen.“

Am Deutschen Orchesterwettbewerb nehmen über 130Laienorchester mit insgesamt 5000 Musikern in 16 Kategorien teil. „Absagen gibt es immer wieder, in diesem Jahr bisher auch vier bis fünf wegen der erhöhten Gebühren“, sagt Schubach. „Das tut mir persönlich leid, aber wir sind dazu gezwungen, wenn der Wettbewerb in der gleichen Größenordnung wie bisher beibehalten werden soll.“ Und das sei vom Beirat so gewünscht gewesen.

Der OVH wird sich nun in diesem Jahr voll auf seine erste Teilnahme am internationalen Eolia-Wettbewerb konzentrieren, der vom 9. bis 11.Mai, also nur ein Wochenende nach Wuppertal, in Straßburg stattfindet.

19.03.2008
Von Ekkehard Rüger

 



 
 

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