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2009 - Festliches Neujahrskonzert in Leichlingen
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2009
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Leichlingen

Nicht nur für die Champagnerlaune

VON MONIKA KLEIN

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Das sinfonische Blasorchester des Orchestervereins Hilgen 1912 gewann im vergangenen Jahr einen internationalen Musikwettbewerb in Straßburg.

Leichlingen (RP) Der Orchesterverein Hilgen überzeugte bei seinem Konzert in der Leichlinger Aula Am Hammer mit einer reifen und konzentrierten Darbietung. Dirigent Johannes Stert steuerte eine eigene Bearbeitung eines Brahms-Werkes zum abwechslungsreichen Programm bei, das auch Ernstes bot.

Beschwingt startete der Orchesterverein Hilgen mit einer keck und lustvoll vorgeführten „Petite Polka Chinoise“ von Gioachino Rossini in der voll besetzten Leichlinger Aula Am Hammer. Aber es blieb keineswegs ausschließlich bei Kompositionen, die sich in unbeschwerter Champagnerlaune genießen lassen. Im bunten Programm-Mix gab es ebenso Ernstes wie Lehrreiches.

Ausnahme zum Schluss

Und zum Abschluss reihte sich das Quadriga Posaunenquartett am Bühnenrand auf, um den Solopart im Konzert für vier Posaunen und Blasorchester von Jan Koetsier zu meistern. Eine Originalkomposition für diese Besetzung und damit naturgemäß eine Ausnahme an diesem Abend. Denn ein sinfonisches Blasorchester wie der Orchesterverein Hilgen 1912, der sich jenseits von Volks- oder Militärmusik der klassischen Literatur verschrieben hat, ist in der Regel auf Bearbeitungen und passende Arrangements angewiesen, weil es vergleichsweise wenig anspruchsvolle Originalkompositionen gibt. Neben diesem rhythmisch vertrackten Konzert des 2006 verstorbenen Bläser Koetsier, das dem Solistenquartett im Mittelsatz Gelegenheit zu lyrisch ausdrucksvoller Melodik gab, gab es in diesem Programm nur noch zwei originale Tänze aus der Oper „Lied aus Russland“ von Georgy Sainikov zu hören. Alles andere war von unterschiedlichen Arrangeuren für die Besetzung eines sinfonischen Streichorchesters eingerichtet.

Eine Bearbeitung stammte vom Dirigenten Johannes Stert selbst. Bereits Arnold Schönberg hat eines der Klavierquartette von Johannes Brahms für ein größeres Ensemble instrumentiert, für ein Sinfonieorchester. Das hat wohl auch Stert inspiriert, aber er wählte nicht das Selbe, sondern die Nr. 3 in c-moll op. 60. Was Brahms eigentlich für Streicher plus Klavier gedacht hatte, klang hier farbenfroher, wenn das selbe Thema von unterschiedlichen Bläserstimmen oder im Tutti aufgenommen wurde. Wie vorher bei Puccini begeisterte der Hilgener Orchesterverein durch präzises und aufmerksames Zusammenspiel. Da vergaß man, dass es sich um ein Laienensemble handelt. Eines, das mit Wolfgang Neu und Guido Simon vorzügliche Soloklarinettisten in den eigenen Reihen hat. Die größte Herausforderung war vielleicht die Entdeckung der Langsamkeit, die Stert von seinen Musikern bei der Interpretation von Gustav Mahlers Adagietto aus der 5. Sinfonie verlangte.

(Rheinische Post vom 13.01.2009)

 

Der andere Ton der Blasmusik

Von Ingeborg Schwenke-Runkel

Die musikalischen Herausforderungen des Orchestervereins Hilgen haben sich auch im neuen Jahr nicht verringert. Das bestätigt das Konzert, bei dem sich der Bläserverein als modernes Team zeigt.

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Stets auf der Suche nach neuen Herausforderungen: die Mitglieder des Orchestervereins Hilgen, die auch in Leichlingen mit Fagott, Posaune Tuba und Co. überzeugten. (Bild: Ralf Krieger)
leichlingen2009_3Stets auf der Suche nach neuen Herausforderungen: die Mitglieder des Orchestervereins Hilgen, die auch in Leichlingen mit Fagott, Posaune Tuba und Co. überzeugten. (Bild: Ralf Krieger)

Burscheid - Ja, darf der das? Den ersten Satz aus dem dritten Klavierquartett von Johannes Brahms für Blasorchester ummodeln? Die subtilste klangliche Form der Musik in die volkstümlichste Besetzung übertragen? Den durchsichtigen Kammermusikton von vier Instrumenten jener Gruppe anvertrauen, die gemeinhin Polkas und Märsche herausposaunt?

Ja, er darf. Denn Johannes Stert, der vieljährige Leiter des Orchestervereins Hilgen, hat aus dem bergischen Bläserverein des frühen 20. Jahrhunderts ein Orchester geformt, das die Tradition einer normalen Blaskapelle weit hinter sich gelassen hat und als modernes Team im 21. Jahrhundert angekommen ist. Nicht nur die vielen Preise, die das Ensemble in den vergangenen 15 Jahren erhalten hat, belegen diesen anderen Ton von Blasmusik, auch das Konzert zum neuen Jahr in der Leichlinger Aula Am Hammer bestätigte den Auf- und Ausbruch. Die Musiker und Musikerinnen fuhren vom Berg ins Tal an der Wupper, denn bereits zum wiederholten Mal hatte der Männergesangverein Leichlingen-Oberschmitte die Idee zu diesem - leicht verspäteten - Start ins neue Jahr.

Das Anliegen Johannes Sterts erschloss sich auch in diesen Frühabendstunden am Sonntag. Stert will Ausführenden und Publikum jene Musikbereiche öffnen, die beiden Gruppen aus nahe liegenden Gründen verschlossen bleiben. Den einen, den Musikern, weil die Auswahl der Originalkompositionen begrenzt ist; den anderen, den Zuhörern, weil Kompositionen von Ludwig van Beethoven oder Joseph Haydn oder eben Johannes Brahms nicht zum täglichen Musikkonsum gehören. Beide Seiten profitieren von diesem Neuen, vor allem, wenn das Ungewohnte so umsichtig und so lebendig ausgeführt wird, wie an diesem Abend.

Raffiniertes und Schwelgerisches von Gioacchino Rossini und Giacomo Puccini, Bravouröses von Amilcare Ponchielli, Erotisches von Gustav Mahler, Fetziges von Jan Koetsier - egal, ob als Original oder als Bearbeitung: Es spielte keine Rolle, denn der Charakter der Stücke stand im Mittelpunkt. Ihn erspürten die Musiker, weil sie stets bei der Sache und rhythmisch immer auf der Höhe waren, selbst bei schwierigsten Tempowechseln, etwa in den beiden Tänzen von Georgy Salnikov aus dessen Oper „Lied aus Russland“.

Aufmerksam setzte der Orchesterverein Sterts dynamische Vorgaben um. Den größten und längsten Bogen vom Leisen zum Lauten spannte das Ensemble im Adagietto aus Mahlers fünfter Sinfonie - das Stück, das den Endlos-Atem braucht. Solisten von Format wie die Klarinettisten Wolfgang Neu und Guido Simon und das „Quadriga Posauenquartett“ bestätigten den hohen Anspruch, den sich das Orchester selbst setzt. Das Ergebnis wird auf einer CD nachzuhören sein, denn der Carpe Diem Musikverlag schnitt das Konzert mit. Auf ein Neues also im kommenden Jahr, bei hoffentlich angenehmeren, weil höheren, Temperaturen in der Leichlinger Aula.

(Kölner Stadt-Anzeiger vom 13.01.2009)

Nach der Bearbeitung „mehr Stert als Brahms“


Von Marie-Luise Mettlach

Bei seinem anspruchsvollen Konzert in Leichlingen folgte der OVH seinem Dirigenten souverän auch in ungewohnte Harmonien.

Leichlingen. Zum dritten Mal bat der Orchesterverein Hilgen zum Neujahrskonzert nach Leichlingen.

Die Aula am Hammer füllten neben Leichlinger Musikfreunden auch viele Burscheider Fans des Orchesters, die Eis und Schnee nicht gescheut hatten. Mit einem ebenso abwechslungsreichen wie anspruchsvollen Konzert wurden sie für die Mühe belohnt. Glanzlichter waren solistische Darbietungen von hoher Qualität. Ganz im Sinne des Komponisten Gioacchino Rossini, der vor allem durch seine Oper „Der Barbier von Sevilla“ bis heute bekannt ist, wurde die einleitende „Petite Polka Chinoise“ als ironisch-heiteres, die Zuhörer amüsierendes Werk geboten. Vor dem inneren Auge sah man die grazilen Chinesinnen tanzen und die Akrobaten halsbrecherische Figuren ausführen. Riesigen Beifall ernteten die beiden Solo-Klarinettisten Wolfgang Neu (Mitglied des OVH) und Guido Simon, der in zahlreichen Orchestern bis hin zu Bigbands und in kammermusikalischen Formationen verschiedenster Art spielt, mit „Il Convegno“ („Zusammenkunft“) von Amilcare Ponchielli. Leicht, locker und heiter, brillant in der Technik und hervorragend im Zusammenspiel der 1. Satz, zarte Melodiebögen im Mittelteil und spielerisch virtuos der 3. Satz: ein wahres Hörvergnügen. So zart und leise, so einschmeichelnd sanft hört man Klarinetten selten. Dem Orchester fiel auf weite Strecken lediglich die Funktion des Begleiters zu – es ergab sich auch hier ein vollendetes Zusammenspiel. In die Welt großer Gefühle entführte dann das „Preludio Sinfonico“, von Giacomo Puccini als Zwischenspiel zu seiner Oper Manon Lescaut komponiert. Hauptwerk des ersten Programmteils war eine von Johannes Stert geschriebene Bearbeitung des Klavierquartetts Nr. 3 c-Moll von Johannes Brahms. In kurzen Zügen klärte Stert das Publikum über seine Motivation auf, dieses schwierige kammermusikalische Werk umzuschreiben: „Brahms hat nichts für Blasorchester geschrieben, aber ich möchte dem OVH, der als Laienorchester so weit fortgeschritten ist und ein so hohes Niveau erreicht hat, diese Musik nicht vorenthalten.“ Ein Hauptthema ließ er zum besseren Verständnis für die Hörer kurz mehrfach anspielen, dann erklang dieses „ganz ernsthafte Stück zum Neujahrskonzert“ im Ganzen. Ein völlig neues Klangbild hat Stert mit seiner Bearbeitung geschaffen, Brahms weitgehend dadurch verfremdet, indem er die in der Originalkomposition eher verhalten aufscheinende Dramatik unheilschwanger steigerte. Was da erklang, war „mehr Stert als Brahms“, wie eine Hörerin meinte, aber ein überzeugendes Beispiel für die kompositorischen Qualitäten des weit über den OVH hinaus bekannten Dirigenten. Ein Lob auch dem Orchester, das den ungewohnten Harmonien folgte, als habe man nie etwas anderes gespielt.

Mahler-Sinfonie als besondere Herausforderung

Auch der zweite Programmteil konnte nicht gegensätzlicher sein: Nach zwei Tänzen aus der Oper „Lied aus Russland“ von Georgy Salnikow erklang das Adagietto aus der 5. Sinfonie von Gustav Mahler, ein Werk von „unglaublicher Langsamkeit und eine Herausforderung für Bläser“ (Johannes Stert). Das hoch motivierte und engagierte Orchester meisterte auch diese schwierige Aufgabe so sicher und überzeugend, dass selbst die Zuhörer, die das Werk in der Originalfassung für Sinfonieorchester genau kennen, diese neue Fassung als „typisch Mahler“ erlebten. Am Schluss des Programms stand ein weiteres Solistenkonzert. Das Quadriga Posaunenquartett (Holger Pfeuffer, Carsten Luz, Jan Böhme und Martin Zuckschwerdt) begeisterten mit dem Konzert für vier Posaunen und Blasorchester des zeitgenössischen Komponisten Jan Koetsier. Unterhaltsam, melodiös und mit brillanter Technik rissen sie das Publikum mit. Erst nach drei schmissigen Zugaben, einer des Posaunenquartetts und zweien des OVH, wollten die Zuhörer wieder nach Hause.

(Westdeutsche Zeitung vom 13.01.2009)

 

 



 
 

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