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2014
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2014
Dramatische Melodien...(WZ)
Abschied von Johannes Stert...(WZ)
Eine Ära endet im Altenberg Dom (KSTA)
OVH: Musikalische Einigkeit...(WZ)
Timor Chadik dirigiert den OVH (RGA)
Chadik neuer Chefdirigent...(WZ)
Chadik gibt den Takt an (KSTA)
Serenadenkonzert: Heimspiel...(WZ)
Konzert des OVH...(KSTA)
Uraufführung:...(WZ)
Kein Interesse an lokalem...(KSTA)
Dirigent verlässt...(KSTA)
Die Ära Johannes Stert...(WZ)
Auftritte des OVH: ...(WZ)
„Zauberei, das geht ja nur...(LA)
Tschaikowskys „Nussknacker“...(RGA)
Kammer-Ensemble des OVH...(RGA)
Sänger bereisen Europa (ST)
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Hier finden Sie die Presseartikel über den Orchesterverein aus dem Jahre 2014. Rechts können Sie die verschiedenen Anlässe direkt auswählen.


Westdeutsche Zeitung, Ausgabe vom 02.12.2014

Dramatische Melodien und ein Happy End

Von Jennifer Preuß

PREMIERE Die Aufführung "Peter und der Wolf“ von Burscheider Schülern und dem OVH sorgte für Begeisterung bei Jung und Alt.

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Der böse Wolf wird gefangen, doch Peter sorgt dafür, dass er nicht den Jägern ausgeliefert wird. Foto: Nicole Haase.

Rhein.-Berg. Kreis. Große Augen haben die Kinder gemacht, die am Sonntag die Aula des Leichlinger Gymnasiums besuchten. Die meisten von ihnen waren zum ersten Mal bei einem Orchesterkonzert. So viele geheimnisvolle Instrument, die Klänge, die sie machten, die Melodien, mal fröhlich mal dramatisch. Auch wenn die Jüngsten unter den Zuschauern mal vor Schreck zusammenzuckten, wenn die Musik lauter wurde, verfolgten sie doch alle gespannt das Geschehen auf der Bühne. Von der ersten bis zur letzten Minute.

Es spielte der Orchesterverein Hilgen. Auf der Bühne standen 16 Schüler der Montanusschule, bei der Vormittagsvorstellung waren es Kinder der Grundschule Dierath. Die Schüler der Klassen zwei bis vier probten bereits seit dem Beginn des neuen Schuljahres das musikalische Märchen „Peter und der Wolf“ von Sergei Prokofiew ein. Unterstützt wurden sie dabei von der Musikvermittlerin Annette Willuweit. Sie spielte am Sonntag die Erzählerin.

Die Aufmerksamkeit des jungen Publikums zu gewinnen, war für sie ein Kinderspiel. Die Geschichte bot aber auch eine gute Vorlage. Wie in jedem Märchen gab es die klassische Rollenverteilung: Peter war der Held, der den bösen Wolf gefangen nahm, um seine Freunde den Vogel und die Katze zu beschützen. Statt den Wolf den Jägern auszuliefern, rettete er ihn. Die kleinen Zuschauer konnten aufatmen. Die Ente, die der Wolf mit einem Bissen verschlang, überlebte die Geschichte unversehrt.

Junge Zuschauer mussten die Musikinstrumente erraten

Nicht die Lehre aus dem Märchen, sondern etwas anderes war dem Orchesterverein Hilgen bei diesen Aufführungen wichtig: Die Kinder sollten im Rahmen der Kinderkonzertreihe „Musikus“ die Welt der Blasinstrumente kennenlernen. Jedes der schauspielernden Kinder kam mit einem Musiker des Orchesters an der Hand auf die Bühne. In wenigen Worten wurde das jeweilige Instrument kurz vorgestellt. Es zog sich durch das rund 50-minütige Stück, dass jeder Figur bei ihrem Auftritt eine Melodie, eine bestimmte Klangfarbe zugeordnet wurde. Meistens wusste das Publikum Bescheid. Die Kinder riefen laut herein, welches Instrument gerade hochgehalten wurde. Nur bei einer Person waren sie sich doch sehr unsicher. Ein junger Mann mit einem Stock in der Hand? „Trommel!“, rief ein Junge lauthals.

Der junge Mann schüttelte bei dem Zuruf nur lächelnd den Kopf. Es war Timor Chadik, der neue Chefdirigent des Orchestervereins Hilgen. Erst im November hatte der 38-Jährige die Leitung übernommen. „Peter und der Wolf“ war für ihn die Premiere in der neuen Funktion, das erste Konzert mit dem Orchesterverein Hilgen. Und die Premiere ist geglückt: Der Applaus war den Kindern, dem Orchestern und auch Timor Chadik sicher.


Westdeutsche Zeitung, Ausgabe vom 10.11.2014

Abschied von Johannes Stert: Parsival heilt nicht jede Wunde

Von Ekkehard Rüger

Ein letztes Mal verzehren sich Johannes Stert und der OVH füreinander – ehe die Tränen fließen.

Altenberg. An der deutschen Geschichte trägt der 9. November im Guten wie im Schlechten schon schwer genug. In die kollektive Erinnerung des Orchestervereins Hilgen (OVH) wird er nun auch als der Tag des Abschieds von Johannes Stert eingehen. Es ehrt Dirigent wie Orchester, dass ihr (vorerst?) letztes gemeinsames Programm nicht allein zum packenden wie bewegenden Schlusspunkt einer 24-jährigen Zusammenarbeit gerät, sondern auch als musikalischer Kommentar zur geschichtlichen Spannbreite des Tages verstanden werden kann.

Fast alle sind sie gekommen, um diese so fruchtbare Zusammenarbeit noch einmal zu würdigen und zu feiern. Das gilt für die Musiker, die sich selbst durch ein gebrochenes Schlüsselbein oder eine erst drei Wochen zurückliegende Geburt nicht von der Teilnahme abbringen lassen. Das gilt ebenfalls für das Publikum, das keine der 500 Karten übrig lässt und sich auch vor dem Gitter zum Innenraum des Altenberger Doms noch sammelt.

Das Leid des Einzelnen angesichts der Bedrohung

Zunächst bekommt es „The Power of Rome and the Christian Heart“ zu hören, eine Komposition von Percy Grainger (1882–1961) für Blasorchester und Orgel. Im Zweiten Weltkrieg entstanden, verleiht Graingers nach eigener Einschätzung bedeutendstes Werk dem Leid und Gewissen des Einzelnen angesichts der Bedrohung durch die Mächtigen Ausdruck.

Die feinen Läufe winden sich, wie sich die gequälte Seele windet. Und das Machtvolle, Majestätische eines Blasorchesters entfaltet, durch den Hall des Doms noch verstärkt, hier seine ganze Bedrohlichkeit.

Mag sein, dass das Publikum dadurch nachhaltig verunsichert ist – jedenfalls werden der Altenberger Domorganist Andreas Meisner und das Orchester um den verdienten Applaus gebracht, weil sich offenbar erst beim wieder einsetzenden Stimmen des Orchesters allen erschließt, dass das Werk zu Ende ist, sich dann aber nur noch zaghaft ein paar Hände regen.

Das sollte beim folgenden Parsival anders werden. Wieder hat Johannes Stert ein Arrangement geschrieben und dafür seine Lieblingsoper von fast fünf Stunden auf 40 organische Blasorchester-Minuten verdichtet.

Die Blasmusik aus ihrer Festschreibung befreit

Schon allein das ist ein Wunderwerk. Und eine Art Vermächtnis – weil in diesen 40 Wagner-Minuten noch einmal alles aufscheint, was Stert und dem OVH in dem gemeinsamen Vierteljahrhundert so viel bedeutet hat: neue, sinfonische Ausdrucksformen zu finden, Grenzen zu überschreiten und die Blasmusik endgültig aus ihrer Festschreibung auf die volkstümliche Festzeltglückseligkeit zu befreien.

Jetzt bekommt die majestätische Qualität des OVH etwas Strahlendes, das den Dom und die Herzen füllt. Und dieses Strahlen ist umso eindrücklicher, als es auf der Fähigkeit fußt, im nächsten Moment wieder zu größter musikalischer Zartheit zurückgenommen zu werden – diesmal sogar bis hin zu Sprech- und Gesangseinlagen.

Dann wieder bebt Stert und mit ihm die Plattenglocken, deren Klang nun allerdings nicht ganz so atemberaubend ist wie die Geschichte ihrer Beschaffung für dieses Konzert. Geschenkt. Wie sich OVH und Dirigent hier ein letztes Mal füreinander verzehren, reißt die Zuschauer nach den Schlussakkorden in Sekundenschnelle von den Bänken und Stühlen – während in den Orchesterreihen die ersten Tränen rinnen.

Auch wenn Parsival am Ende der Oper mit dem heiligen Speer Amfortas’ doch eigentlich unheilbare Wunde schließt, die Wunde der Trennung von Stert und OVH ist eben noch nicht geschlossen. Was sich schließt, ist erst einmal nur ein Kreis: Als Zugabe ist mit Max Regers „Benedictus“ noch einmal Sterts erstes Arrangement zu hören, das er einst für den OVH geschrieben hat.

Liebesbekundungen beim anschließenden Empfang

Beim anschließenden Empfang im evangelischen Gemeindesaal in Burscheid bleibt dann bis weit nach Mitternacht noch Zeit für gegenseitige Liebesbekundungen: an den „Meister der unvollendeten Sätze“ (OVH-Vorsitzender Martin Mudlaff über Stert), dem das Orchester als Dank ein Buch voller persönlicher Widmungen überreicht; und im Gegenzug an das Orchester, das von Stert mit einer halbstündigen improvisierten Dankesrede in allen Registern gewürdigt wird.

Er habe beim Aufwachen am Sonntag Tränen in den Augen gehabt, erzählt Stert dann noch. Und niemanden wundert, dass sie am Abend wieder zurück sind.


Leverkusener Anzeiger, Ausgabe vom 10.11.2014

Eine Ära endet im Altenberg Dom

Von Maximilian Stier.

Vor rund 500 Gästen gab der Chefdirigent, Johannes Stert, des Orchestervereins Hilgen sein Abschiedskonzert im Altenberger Dom. Damit geht eine 24-jährige Ära zu Ende. Sterts Rückzug beim OVH hat berufliche Gründe.

Burscheid. Eine 24 Jahre lang währende Ära ist am Sonntag zu Ende gegangen: Der Chefdirigent des Orchestervereins Hilgen (OVH) Johannes Stert gab im Altenberger Dom vor über 500 Besuchern sein Abschiedskonzert.

„Es fällt einem nach so langer Zeit natürlich schwer zu gehen. Aber ich werde viele schöne Erinnerungen an meine Zeit beim Orchesterverein behalten. Besonders die Wettbewerbsauftritte und die vielen Reisen bleiben unvergesslich“, sagte der studierte Dirigent Stert. Dass das ihm gewidmete Abschiedskonzert im Altenberger Dom stattfand, freute ihn besonders: „Vor 24 Jahren fand eines meiner allerersten Konzerte mit dem Orchesterverein auch hier im Dom statt. Irgendwie schließt sich da ein Kreis.“

Sterts Rückzug beim OVH hat berufliche Gründe. Er geht nach Stuttgart und wird dort an einer Schule Orchester und Chöre aufbauen. Präsentiert wurde den Zuhörern beim letzten gemeinsamen Auftritt des langjährigen Dirigenten mit dem Gros der 70 aktiven Musiker des Vereins eine Kombination aus sinfonischem Blasorchester und Orgel.

„Ein Blasorchester und eine große Orgel atmen gleichermaßen. Durch den Luftstrom erklingen Instrumente ebenso wie Orgelregister in den unterschiedlichsten Facetten“, sagte Stert einmal zum Zusammenspiel von Blasorchester und Orgel.

Zunächst inszenierten die Musiker „The Power of Rome and the Christian Heart“ von Percy Aldridge Grainger. Als Solist tat sich Orgelspieler Andreas Meisner, seit 1985 Organist am Altenberger Dom, hervor.

Als Hauptwerk des Konzerts wurden Auszüge aus der weltbekannten Oper „Parsifal“ von Richard Wagner nach einem Arrangement extra für Blasorchester und Orgel von Johannes Stert dargeboten. Dass Kompositionen wie diese und etwas von seinem Geist dem Orchesterverein erhalten bleiben, wünscht sich Stert.

Im Januar dieses Jahres hatte der langjährige erste Kapellmeister der Kölner Oper seinen Abschied vom OVH angekündigt. Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger begann umgehend, wie der Vorsitzende des Vereins, Martin Mudlaff, erzählte: „Wir wollten unbedingt jemanden mit Symphonieorchesterhintergrund.

In Fachkreisen ist der Name Timor Oliver Chadik schon seit geraumer Zeit ein Begriff. Als wir hörten, dass Chadik aber derzeit den Luftwaffen-Musikchor in Münster leitet, dachten wir schon, das wird nichts.“ Schließlich sei die Strecke Münster schon ein gutes Stück von Burscheid entfernt. „Doch dann erfuhren wir, dass Chadik ab Januar die Leitung der Bigband der Bundeswehr in Euskirchen übernimmt und auch dort hinziehen möchte. Die Entfernung zwischen Euskirchen und Burscheid ist ja schon eine andere Hausnummer“, sagt Mudlaff. Also lud der Orchesterverein Chadik zu sich ein. „Schon nach zwei Proben wussten beide Seiten, dass das passt. Warum sollten wir also weitersuchen?“

Am Sonntag zum Abschied seines Vorgängers konnte aus privaten Chadik nicht erscheinen. Doch Chadiks erster öffentlicher Auftritt mit dem Orchesterverein steht unmittelbar bevor: Ende des Monats wird der neue Chefdirigent mit einem Kinderkonzert sein Debüt geben. Die Proben dafür laufen bereits.


Westdeutsche Zeitung, Ausgabe vom 03.09.2014

OVH: Musikalische Einigkeit in Minutenschnelle

Von Ekkehard Rüger

Offen, humorvoll, unbeschwert: Timor Chadik tritt die Stert-Nachfolge anscheinend mühelos an.

Burscheid. Dass Mann und Frau zueinander finden, scheint mitunter ein schwierigeres Unterfangen zu sein als der Funkenschlag zwischen Dirigent und Orchester – jedenfalls, wenn man Timor Chadik glaubt. „Als Musiker merkt man nach einer Minute, ob das passt oder nicht“, sagt der 38-Jährige. Für ihn ist daher keineswegs verwunderlich, dass beiden Seiten schon nach zwei Proben klar war, dass er ab November der neue Chefdirigent des Orchestervereins Hilgen (OVH) werden soll.

Den gebürtigen Südhessen sympathisch zu finden, fällt jedenfalls schon mal nicht schwer. Er wirkt offen, humorvoll und unbeschwert selbstbewusst. So unbeschwert, dass es ihm offenkundig nicht im Geringsten etwas ausmacht, mit der Nachfolge von Johannes Stert die Wucht einer musikalischen Ära von fast 25 Jahren abzulösen.

Freude über „waches musikalisches Verständnis“

Für das Orchester könne so ein Wechsel doch spannend sein, sagt er fröhlich. Und freut sich, von Stert ein Orchester „mit einem unglaublich wachen musikalischen Verständnis“ hinterlassen zu bekommen. „Daran kann man anknüpfen.“

Aus Sicht des Orchesters ist der neue Mann „unheimlich mitreißend“, wie Vereinsvorsitzender Martin Mudlaff die ersten gemeinsamen Probenerfahrungen bilanziert. „Wir brauchen jemand, der uns mitnimmt, sonst liefern wir keine gute Leistung.“ Von Chadik wisse man sich jederzeit angesprochen, „aber er ist sehr genau. Man kann sich nicht verstecken, doch mit seinen Hinweisen stößt er auch niemanden vor den Kopf.“

Vor acht Jahren zur Bundeswehr gewechselt

Auch wenn Chadik sich also, von den Arbeitsprozessen in den Opernhäusern etwas zermürbt, vor acht Jahren für eine musikalische Karriere bei der Bundeswehr entschieden hat, schneidiges Kommando ist von ihm nicht zu erwarten. „Die Zeit der Diktatoren ist vorbei“, sagt er. Ihn habe an der Bundeswehr allein gereizt, dass der Chefdirigent dort „mehr Verantwortung gegenüber dem Orchester hat“.

Im Januar wechselt Chadik vom Luftwaffenmusikkorps in Münster zur Bundeswehr-Big Band in Euskirchen und wird dann auch in die Eifel umziehen. Neben der Big Band soll der OVH sein einziges festes Ensemble sein – und die ersten Ziele sind schon gesteckt: Nach „Peter und der Wolf“ Ende November in Leichlingen ist der Blick gleich schon auf den Landesorchesterwettbewerb Ende September nächsten Jahres in Duisburg gerichtet. Von dort soll der Weg direkt zum 9. Deutschen Orchesterwettbewerb 2016 nach Ulm führen. Natürlich will man wieder um den Titel mitspielen – wie schon dreimal erfolgreich.

Timor Chadik ist diese Welt der Musikvereine vertraut. Im hessischen Rodgau ist er groß geworden, hat als Posaunist in verschiedenen Vereinen gespielt, ehe das Musikstudium in Würzburg folgte. Die Verankerung des OVH in Burscheid hält er vor diesem Hintergrund weiter für wichtig, obwohl mittlerweile nicht einmal mehr die Hälfte der fast 70 Musiker von hier stammt. „Aber unter denen, die sich über die Musik hinaus für den Verein engagieren, sind es bald hundert Prozent“, sagt Mudlaff. Auch in Zukunft wird der OVH von seiner Heimatstadt also nicht lassen.


Remscheider General-Anzeiger, Ausgabe vom 22.08.2014

Timor Chadik dirigiert den Orchesterverein Hilgen

Burscheid. Der Orchesterverein Hilgen (OVH) hat einen neuen Dirigenten. Von dem im November ausscheidenden Chefdirigenten Johannes Stert übernimmt Timor Oliver Chadik das Amt. Ab 10. November steht Chadik als erster Mann am Dirigentenpult. Er ist 38 Jahre, verheiratet und hat zwei Kinder.

Seit 2006 gehört Chadik der Bundeswehr an. Anfang 2015 übernimmt er die Leitung der Bundeswehr Big Band, die in Euskirchen stationiert ist. Chadiks erstes Konzert mit dem OVH ist das Musikus-Projekt "Peter und der Wolf" (zwei Vorstellungen am 30. November in Leichlingen). Dafür hat er bereits zwei Proben vor den Sommerferien geleitet. Die Resonanz war positiv. Timor Chadik schloss sein Studium und die anschließende Meisterklasse an der Musikhochschule Würzburg mit Auszeichnung ab. Er ist Preisträger des internationalen Dirigentenwettbewerbs World Music Contest in Kerkrade, Stipendiat der Richard-Wagner-Stiftung und wurde durch das Dirigentenforum des Deutschen Musikrates gefördert.

Zuletzt war er Chefdirigent des Luftwaffenmusikkorps III Münster, nachdem er zuvor auch beim Stabsmusikkorps der Bundeswehr sowie dem Heeresmusikkorps 300 Koblenz eingesetzt war. Seine Kompetenz im Blasorchesterdirigat zeigt sich in der engen Zusammenarbeit mit der Deutschen Bläserphilharmonie oder der Sächsischen Bläserphilharmonie in Leipzig. Außerhalb der Blasorchesterwelt führten ihn Engagements an die Oper Dortmund und das Staatstheater Darmstadt sowie zu Orchestern wie der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz Ludwigshafen oder auch dem Prime Philharmonic Orchestra in Dej Jeong in Südkorea. ma


Westdeutsche Zeitung, Ausgabe vom 21.08.2014

Chadik neuer Chefdirigent des OVH

Von Ekkehard Rüger

Künftiger Leiter der Bundeswehr-Big Band ab 10. November Stert-Nachfolger

Burscheid. Am 9. November gibt Johannes Stert in Altenberg sein Abschiedskonzert mit dem Orchesterverein Hilgen (OVH), einen Tag später hat das sinfonische Blasorchester einen neuen Chefdirigenten: Er heißt Timor Chadik.

Der 38-jährige Bundeswehrangehörige wird den OVH erstmals beim kommenden Musikus-Projekt „Peter und der Wolf“ am 30. November in Leichlingen dirigieren. Da die beiden Proben dafür vor den Sommerferien bei allen Beteiligten auf positive Resonanz stießen, ist die Entscheidung für eine dauerhafte Zusammenarbeit zügiger gefallen als erwartet.

Chadik ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seit 2006 gehört er der Bundeswehr an und übernimmt Anfang des kommenden Jahres auch die Leitung der renommierten Bundeswehr-Big Band, die in Euskirchen stationiert ist. Sein Studium und die anschließende Meisterklasse an der Musikhochschule Würzburg schloss der künftige OVH-Dirigent mit Auszeichnung ab.

Zuletzt Chefdirigent des Luftwaffenmusikkorps 3

Er ist Preisträger beim Internationalen Dirigentenwettbewerb des World Music Contest in Kerkrade, Stipendiat der Richard-Wagner-Stiftung und wurde durch das Dirigentenforum des Deutschen Musikrates gefördert. Zuletzt war er Chefdirigent des Luftwaffenmusikkorps 3 Münster, nachdem er zuvor auch beim Stabsmusikkorps der Bundeswehr sowie dem Heeresmusikkorps 300 Koblenz eingesetzt worden war.


Leverkusener Anzeiger, Ausgabe vom 21.08.2014

Chadik gibt den Takt an

Timor Oliver Chadik dirigiert ab dem 10. November den Orchesterverein Hilgen. Er wird damit Nachfolger von Johannes Stert. Chadiks erstes Konzert mit dem OVH wird das Musikus-Projekt „Peter und der Wolf“ sein.

Hilgen. Der Orchesterverein Hilgen (OVH) hat einen Nachfolger für seinen im November ausscheidenden Chefdirigenten Johannes Stert gefunden: Ab 10. November steht Timor Oliver Chadik am Dirigentenpult. Chadik ist 38 Jahre, verheiratet und hat zwei Kinder. Er gehört seit 2006 der Bundeswehr an. Anfang 2015 übernimmt er die Leitung der renommierten Bundeswehr-Big-Band, die in Euskirchen stationiert ist.

Chadiks erstes Konzert mit dem OVH wird das Musikus-Projekt „Peter und der Wolf“ (mit zwei Vorstellungen am 30. November in Leichlingen) sein. Dafür hat er schon zwei Proben vor den Sommerferien geleitet. Die Resonanz hierauf war im Orchester laut OVH-Vorstand Martin Mudlaff ausnahmslos positiv. Die Freude auf die zukünftige Zusammenarbeit sei auf beiden Seiten groß.

Timor Chadik schloss Studium und Meisterklasse an der Musikhochschule Würzburg mit Auszeichnung ab. Er ist Preisträger des Internationalen Dirigentenwettbewerb des World Music Contest in Kerkrade und Stipendiat der Richard-Wagner-Stiftung. Zuletzt war er Chefdirigent des Luftwaffenmusikkorps 3 in Münster. Zu seinen etlichen Engagements zählen die Oper Dortmund, die Nürnberger Symphoniker und das Prime Philharmonic Orchestra in Dej Jeong, Südkorea. (ksta)


Westdeutsche Zeitung, Ausgabe vom 15.06.2014

Serendenkonzert: Heimspiel in der Fankurve

Von Ekkehard Rüger

Der OVH geizt nicht mit Anspielungen auf den Fußball und verneigt sich vor elf WM-Nationen.

Burscheid. 32 Nationen wie bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien sind es mit Rücksicht auf das Auffassungsvermögen des Publikums dann doch nicht geworden. Aber – Zufall oder nicht – passenderweise wenigstens elf Kompositionen, die stellvertretend für elf Teilnehmerländer stehen. Auch ansonsten spart der Orchesterverein Hilgen in Gestalt seiner Moderatorin Annette Willuweit beim Serenadenkonzert am Samstagabend nicht mit Fußballvergleichen – und sorgt einmal mehr dafür, dass die Kirchenkurve seine persönliche Fankurve bleibt.

Gerahmt wird das Programm von der Verneigung vor dem WM-Gastgeber („Brazil“ von Ary Barroso zum Auftakt inklusive Verbaleinlage der Blasmusiker) und dem Bekenntnis zur eigenen Nation („Alte Kameraden“ von Carl Teike zum Abschluss). Wenn nun allerdings ein auch noch so zackiger Militärmarsch Sinnbild für Jogis Jungs sein soll, müsste einem für Montagabend doch ein wenig Angst und Bange werden.

Von der Krabbeldecke bis zum Rollator ist alles vertreten

Alle Fan-Generationen sind angereist, von der Krabbeldecke bis zum Rollator ist das gesamte Spektrum vertreten. Vor ihnen breitet der OVH vor der Pause auch spanische, russische und jenseits von Afrika liegende Klangteppiche aus.

Und wenn der allerletzte Funke dabei noch nicht überspringt, dann liegt das weder an dem offenbar naturfröhlichen Dirigenten Scott Lawton noch an der Spielfreude seiner Musiker, sondern schlicht daran, dass Klangteppiche keine Decken sind: Der Abend wird zunehmend frisch, mancher Zuhörer fröstelt unter zu leichter Sommerbekleidung.

Nach der Pause ohne Seitenwechsel versucht das Orchester alles, um die Betriebstemperatur zu steigern: Die Zuschauerwelle wird geprobt, Jacques Offenbachs Gassenhauer „Can can“ lädt zum wärmenden Händeklatschen ein und Manos Hadjidakis’ „Selection 1“ bringt mit wechselnden Rhythmen den Kreislauf in Schwung. Noch ein bisschen englisches Pathos („Pomp & Circumstance“), dann schaffen es selbst alte Kameraden mit Leichtigkeit, für stehende Ovationen zu sorgen.

Gute-Nacht-Lied als letzte Zugabe

Das Spiel geht also in die Verlängerung, aber diesmal nur kurz: „Guten Abend, gut’ Nacht“ – das ist nun wirklich ein so stimmungsvoller wie unmissverständlicher Aufruf, die Kirchenkurve zu verlassen und die wärmenden Bettdecken aufzusuchen.

Ende einer musikalischen Reise, die schon vor dem OVH aufregend begonnen hatte: „Halten Sie sich fest, die Fahrt geht los“, warnt der forsche Fabian Pausch, ehe das Juniororchester der Orchesterschule unter Leitung von Heide Wendt den „Fluch der Karibik“ in Angriff nimmt. Und das Junge Orchester (Leitung: Viola Wertgé) stellt mit einem Medley von Henry-Mancini-Filmmelodien und Werken von Ted Huggens nicht nur sein schon beeindruckendes klangliches und rhythmisches Niveau unter Beweis, sondern holt auch die erste Zugabe des Abends heraus.

Am Ende also alle vereint – der musikalische Nachwuchs und das Hauptorchester, die Jungen und die Alten, der Fußball und die Musik, die Nationen der Welt, „all in one rhythm“, alle in einem Rhythmus? Wir wollen es nicht hoffen. Dann würde das Leben doch ein bisschen fader, als es derzeit ist – und das Serenadenkonzert auch.


Leverkusener Anzeiger, Ausgabe vom 15.06.2014

Konzert des OVH in Burscheid: Zäsur ist musikalisch überwunden

Von Timm Gatter

Der Orchesterverein Hilgen hat am Samstag zum zwölften Serenadenkonzert geladen. Das Orchester überzeugte das Publikum mit einem neuem Dirigenten nach dem Weggang von Johannes Stert.

Burscheid. „Halten Sie sich fest, die Fahrt geht los!“: Am Samstagabend gab der zehnjährige Fabian Pausch, talentierter Trompeter im Junior-Orchester der Orchesterschule Burscheid und pfiffiger Moderator, zu Beginn des zwölften Serenadenkonzerts des Orchestervereins Hilgen (OVH), die Losung für einen mitreißenden Abend in der Kirchenkurve aus.

Ganz im Zeichen der Fußballweltmeisterschaft zog der OVH mit seinen drei Ensembles die Besucher in seinen Bann. Ein gelungenes Heimspiel für dieses international erfolgreiche Orchester. Die Kirchenkurve war bis auf den letzten Platz besetzt. Viele mussten stehen, und die abendliche Sonne spiegelte sich nicht nur in den Instrumenten wider. Das trefflich ausgewählte internationale Repertoire – laut der moderat durchs Hauptkonzert führenden Annette Willuweit ganz nah am WM-Fußball – hatte der neue Dirigent des OVH, Scott Lawton („Ein tolles Orchester, ein tolles Publikum“), mit ausgesucht.

Der renommierte amerikanische Dirigent, Komponist und Pianist konnte in einer für ihn ja nicht ganz leichten Phase Akzente setzen. Die Schuhe seines Vorgängers, Johannes Stert, waren groß. Um sie auszufüllen und mit individuellen Stärken zu versehen, zeigte er sich als erfolgreicher Interpret vor allem sinfonischer Crossover-Projekte: Das Laienorchester zog temperamentvoll mit. Die tiefe Zäsur, die der Abschied von Johannes Stert nach fast 25 Jahren mit sich gebracht hat, scheint zumindest musikalisch überwunden. Der ständig kräftige Beifall und die Zugabe-Rufe attestierten dem OVH die höchste Note. Das Serenadenkonzert ist eingebettet in die Veranstaltungsreihe „Kultursommer in der Kirchenkurve“. Nach der Begrüßung durch dessen Schirmherrn, Bürgermeister Stefan Caplan, spielten zunächst die beiden Nachwuchsorchester des OVH. Angesichts deren Virtuosität, Präzision und Spiellaune brauchen sich die Großen keine Nachwuchssorgen zu machen.

Das von Heide Wendt präsentierte Junior-Orchester überzeugte mit Werken aus Film und Musical. Viola Wertgé und ihr Junges Orchester brillierten unter anderem mit Filmmusik von Henry Mancini und Sambaklängen. Die Klarinettistin Sarah Witzel (14) vom Landrat-Lucas-Gymnasium: „Das Üben hat richtig Spaß gemacht.“ Beim jazzigen „Pavane in Blue“ von Ted Huggens wiegten sich die Besucher im Takt. Die auf den Schultern ihrer stehenden Väter sitzenden Kinder dirigierten fröhlich mit.

Beeindruckt zeigten sich auch der unter den Besuchern weilende berühmte Burscheider Jazzmusiker, Engelbert Wrobel, und seine Frau Consuelo. Ob er sich noch Anregungen für seinen Auftritt „Swinging Classic“ am gestrigen Abend mit der „Musicalischen Academie 1812“ (MA) im Haus der Kunst holte, war nicht zu erfahren.


Westdeutsche Zeitung, Ausgabe vom 23.03.2014

Uraufführung: Johannes Sterts „Tableaux sonores“

Von Marie-Luise Mettlach

In Opladen erleben Johannes Sterts „Tableaux sonores“ mit dem OVH ihre eindrucksvolle Uraufführung.

Leverkusen/Burscheid. Festlich und besinnlich, heiter und melancholisch, übermütig virtuos und still verträumt – das Frühjahrskonzert des Orchestervereins Hilgen (OVH) bot den Zuhörern in der leider nicht voll besetzten Festhalle Opladen das ganze Spektrum musikalischen Ausdrucks – und das alles in bestechender Technik und Musikalität.

Im musikalischen Mittelpunkt stand Richard Strauß, der vor 150 Jahren geboren wurde und in seinen Kompositionen eine neue Klangkultur entwickelte. Mit seiner „Festmusik für die Stadt Wien“ wurde das Konzert von der OVH-Brazzband unter Leitung von Ulrich Haas eröffnet.

Spannend, rhythmisch vergnügt, aber auch lyrisch dann die „Music for Festival“ des 1951 geborenen Komponisten Philipp Sparke. Dynamisch ausgefeilt und äußerst lebendig gestaltet, brillierten hier vor allem die virtuosen Trompeten. In wieder eine andere Welt wurden die Zuhörer mit dem „Ägyptischen Marsch“ von Johann Strauß übermütig entführt, und die heftig erklatschte Zugabe brachte sie wieder in gesangliche europäische Regionen zurück.

Eine silberne Rose für den Dirigenten

Nach der Pause dann der OVH mit Johannes Stert am Dirigentenpult. Moderatorin Annette Willuweit überreichte ihm im Hinblick auf die folgende von Jan Cober arrangierte Suite aus der Strauß-Oper „Der Rosenkavalier“ eine silberne Rose.

„Steigerung, nichts als Steigerung“ hatten Strauß und Hugo von Hofmannsthal, der Librettist der Oper, im Dialog gefordert. Johannes Stert nahm diesen Wunsch wörtlich: Schon der Anfang war spannungsgeladen mit schönen Kantilenen der Holzbläser, vor allem der Oboe. Steigerungen müssen nicht immer lauter werden, sie können auch in intensives leise Spielen münden: So begann der berühmte Rosenkavalier-Walzer mit seinen schwingenden Melodien, subtil in jeder Nuance von Johannes Stert in Szene gesetzt. Mit gleicher Intensität dann die Steigerung in den temperamentvollen Klangfarben am Schluss der Suite, vom Dirigenten auch mit körperlichem Einsatz lebendig sichtbar gemacht.

Gegen diese Klangwunder hatten es die von Percy Grainger geschriebenen Seemannslieder etwas schwer, die unterschiedlichen Stimmungen fing das Orchester fabelhaft ein. Interessant die verfremdeten Zusammenklänge solistischer Holzbläser.

Inspiriert von Schumanns Liederzyklus „Dichterliebe“

Wehmütig stimmte das letzte Werk des Abends: die Uraufführung der „Tableaux sonores“ von Johannes Stert, bei dem sich der Komponist von Robert Schumanns Liederzyklus „Dichterliebe“ inspirieren ließ. Vielleicht muss man heute mit diesen Liedern um Liebesglück und -leid so frei musikalisch umgehen, um sie zu verstehen. Mehr oder weniger versteckte Zitate ließen die Zuhörer gebannt lauschen.

Annette Willuweit sah in dem viersätzigen Werk eine Schilderung der überaus freundschaftlichen und erfolgreichen Zusammenarbeit Sterts mit dem OVH, die nun bald zu Ende gehen wird. Die verklingenden Flöten zum Schluss ließen den bevorstehenden Abschied anklingen.

Auch Johannes Stert war bewegt: Statt der geplanten Zugabe wurde der letzte Satz des Werkes noch einmal wiederholt. Dann aber, nach nicht enden wollendem Applaus, dann doch: „Das Leben ist nicht nur traurig, es geht weiter“, hob er noch einmal den Taktstock zum furiosen „Wedding Dance“ von Jaques Press – ein grandioses Konzert.

ovhilgen.de


Kölner Stadt-Anzeiger, Ausgabe vom 13.03.2014

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RHEIN-WUPPER / KOMMENTAR / Zum Weggang von Johannes Stert

Kein Interesse an lokalem Künstler

VON JAN STING, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Johannes Stert dirigierte Modernes von Arvo Pärt und Arnold Schönberg, unterhielt mit feiner Filmmusik und prägte das Blasorchester durch ungewöhnliche Arrangements. Gemeinsam mit dem Ensemble erzielte der 50-Jährige Preise, die in der Musikszene aufhorchen lassen. Das alles ist nicht in wenigen Probenphasen aufzubauen, sondern spricht für eine intensive und fruchtbare musikalische Verbindung.

Dass der Verein seinen Motor und Mentor nicht halten kann, ist traurig, steht aber für eine verbreitete Problematik im Kulturbetrieb. Es fehlt das Geld. Gut, das ist das eine. Aber wenn es überhaupt eine Schuldfrage gibt, dann lohnt es sich, einmal nachzufragen, warum in einer Region, in der die Kulturmetropolen so dicht aufeinanderstoßen, dass es knistert, nicht der Blick just auf solche musikalisch wundersamen Entwicklungen fällt wie in Hilgen. Hätten nicht auch Nachbarstädte wie Köln, Leverkusen, Solingen oder Düsseldorf Stert in ihren Häusern eine Heimat geben können? International erfolgreich, hatte er Engagements in Graz, Kopenhagen, Lissabon und auch als Kapellmeister an der Kölner Oper. Das alles ist aber heute keine Garantie mehr auf Festanstellung und dauerhafte Verträge.

Was ist los im Kulturbetrieb, dass immer neue Koryphäen und Gastensembles angeheuert werden, fähige Leute vor der eigenen Haustür aber ins Schwabenland auswandern müssen? Der OVH hat gezeigt, dass Profis, Laien und semiprofessionelle Musiker in einem kleinen Ort wie Hilgen mit hohem idealistischen Einsatz etwas auf die Beine stellen können, das nicht nur beim Publikum aus Burscheid und Hilgen auf Beachtung stößt. Das gilt es zu fördern. Sterts Nachfolger ist zu wünschen, dass er das hohe Level des OVH halten kann und in Nachbarstädten Leverkusen, Leichlingen, Solingen, Köln oder Düsseldorf manchen fetten Paukenschlag setzt, damit man dort aufwacht.


Leverkusener Anzeiger, Ausgabe vom 12.03.2014

Dirigent verlässt Orchester

Johannes Stert verlässt den Orchesterverein Hilgen und zieht nach Stuttgart. Dort tritt er seinen Dienst als Musiklehrer an einer Waldorfschule an. Einige Kandidaten für die Nachfolge in Burscheid sind schon im Gespräch. Von Jan Sting

Burscheid. Bedrückt ist die Stimmung im Orchesterverein Hilgen (OVH). Anfang der Woche erfuhren die Mitglieder des überregional gefeierten Blasorchesters, dass ihr Dirigent, Johannes Stert, nun dauerhaft weggehen wird. Vor 15 Jahren hatte sich der Dirigent und Komponist bereits schon einmal verabschiedet, kam aber wieder. Im kommenden Jahr hätte das Silberjubiläum mit Stert angestanden. Doch dann wird er bereits mit seiner Familie in Stuttgart neue Wurzeln schlagen. Nach Jahren der Freiberuflichkeit tritt er dort im kommenden Schuljahr seinen Dienst als Musiklehrer an einer Waldorfschule an.

Stert war Kapellmeister an international renommierten Häusern. Die letzte Festanstellung hatte er am Kölner Opernhaus, darauf folgte die Freiberuflichkeit. In der Musikbranche ist er damit kein Einzelfall. Unbefristete Engagements dürften einem Sechser im Lotto gleichkommen, der Konkurrenzdruck nimmt zu. Gleichzeitig können Laien- und semiprofessionelle Ensembles mittlerweile damit rechnen, dass auch hochkarätige Musiker sich für sie interessieren. Wie der Vorsitzende des OVH, Martin Mudlaff, mitteilen konnte, gibt es bereits zwei Kandidaten für die Nachfolge. Junge Musiker um die 30 seien es, die sich einen Namen als Kapellmeister gemacht hätten. In verschiedenen Arbeitsphasen will man nun auf Tuchfühlung gehen und dann entscheiden. Das Klischee der Blaskapelle mit Wummtata im Bierzelt und dem Parademarsch entkräftet der OVH. Mudlaff verrät das Geheimnis. Kompositionen, die vorwiegend für Ensembles mit Streichern entstanden, können für Blasorchester umgeschrieben werden.

„Meist wird die Violine eins zu eins durch die Klarinette ersetzt“, sagt Mudlaff. Stert habe neue Klangfarben kreiert, zum Beispiel, indem er eine Melodie von Kontrabass und Piccoloflöte spielen ließ. Das Blasorchester hatte 2013 beim internationalen Orchesterwettbewerb der „Fédération nationale de musique du Luxembourg – Union Grand-Duc Adolphe“ in Luxemburg den zweiten Platz erzielt. Inmitten von Blasorchestern der Weltklasse war das ein Meilenstein. Stert wird noch den Rosenkavalier am Samstag, 22. März, 20 Uhr in der Festhalle in Opladen dirigieren und nimmt musikalisch Abschied beim Konzert am 9. November, im Altenberger Dom.


Westdeutsche Zeitung, Ausgabe vom 11.03.2014

Die Ära Johannes Stert geht dem Ende entgegen

Von Ekkehard Rüger
mit einem Kommentar von Ekkehard Rüger

Der Dirigent verabschiedet sich vom freiberuflichen Künstlerleben und wird Musiklehrer in Stuttgart.

Burscheid. 1999 hatte sich Dirigent Johannes Stert das erste Mal vom Orchesterverein Hilgen (OVH) verabschiedet und war doch immer wiedergekommen. Die Verbindung Stert–OVH hat im Laufe der Zeit fast institutionalisierte Züge angenommen: Im nächsten Jahr hätte man Silberhochzeit gefeiert. Aber jetzt steht die dann doch wohl endgültige Trennung bevor – in aller Freundschaft, wie sich das nach all den gemeinsam gefeierten Erfolgen auch kaum anders denken lässt.

Das Orchester wurde Anfang der Woche zunächst durch eine Mail des 50-jährigen Dirigenten und dann bei Proben auch von ihm persönlich über den bevorstehenden Abschied informiert. Der Grund, der hinter seiner Entscheidung steht, wirft ein durchaus beklemmendes Licht auf all die Unwägbarkeiten des freischaffenden Künstlerlebens.

Stert, obgleich international erfolgreich mit zwischenzeitlichen Engagements an Opernhäusern in Graz, Lissabon und Kopenhagen, hat doch seit seiner Zeit als Kapellmeister am Kölner Opernhaus keine Festanstellung mehr genossen – eine Unsicherheit, die offenbar zunehmend an seinem Nervenkostüm gezerrt hat. „Ich kann und will nicht mehr an vier verschiedenen Stellen mein Geld zusammenkratzen“, sagt der zweifache Familienvater.

„Ich kann und will nicht mehr an vier verschiedenen Stellen mein Geld zusammenkratzen.“

Johannes Stert

Zum kommenden Schuljahr wird Stert, selbst Waldorfschüler, daher als Musiklehrer an eine große zweizügige Waldorfschule in Stuttgart mit 900 Schülern wechseln. „Dort soll ich neben dem Unterricht in den Klassen 10 bis 13 vor allem auch Orchester und Chöre aufbauen.“ Man habe ihn gewollt, „wohlwissend, dass ich zwar viel mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet, aber die entsprechenden Didaktikscheine nie belegt oder gar abgeschlossen habe.“

Auf der Habenseite des völligen Neuanfangs, den Stert das erste Mal schon 2006 erwogen hatte: neben der finanziellen Sicherheit die Chance, längerfristig in einem Team zu arbeiten, etwas entstehen zu lassen und auch weiter begleiten zu können. „Auch mit Kindern kann man Kunst machen.“ Dagegen steht der notgedrungene Abschied vom OVH. „Das tut mir sehr weh. Ich hätte unheimlich gerne in Burscheid weitergewirkt.“

Stert dirigiert den OVH noch in Opladen und Altenberg

So werden die zwei noch ausstehenden Konzerte mit dem Orchester nun überraschend zu seiner Abschiedsvorstellung. Am 22. März dirigiert er die Bläser beim „Rosenkavalier“ in Opladen und hat angesichts der neuen Entwicklung auch seine jüngste Komposition „Rêve“ (Traum) ins Programm genommen – ein Werk, das gerade auch von der Königlichen Militärkapelle Guides in Belgien eingespielt wird. Und am 9. November wird es im Altenberger Dom noch die Uraufführung eines Stert-Werks für Orgel und Orchester geben.

Wehmut und Verständnis innerhalb des Orchesters

Der OVH steht nun vor einer wirklichen Zäsur. „Wehmütig und traurig“, so beschreibt der Vorsitzende Martin Mudlaff die derzeitige Atmosphäre innerhalb des Orchesters. Von der Entwicklung sei man aber nicht überrascht worden und es gebe ein breites Verständnis für die Entscheidung. „Wir hatten nur gehofft, dass der Kelch noch möglichst lange an uns vorübergeht.“

Zugleich seien alle „fest entschlossen, dass es gut weitergeht“. Zurzeit ist der OVH mit zwei Dirigenten im Gespräch. Sie sollen aber nicht zu Probedirigaten eingeladen werden, sondern zunächst jeweils ein Projekt mit dem Orchester gestalten. Das Erste davon wird die Aufführung von „Peter und der Wolf“ Ende November sein.

Kommentar: Eine Zäsur für das Musikleben

Von Ekkehard Rüger

Burscheid. Dirigenten hat die Musikstadt Burscheid schon viele kommen und gehen sehen. Aber die Personalie Stert ragt unter ihnen weit heraus. Nicht nur wegen der fast 25 Jahre, in denen er das Musikleben in dieser Stadt entscheidend mitgeprägt hat. Sondern auch wegen der Strahlkraft, die sein Wirken national wie international entfaltet und von der Burscheid so profitiert hat.

Damit sind nicht allein die beiden Siege und der zweite Platz beim Deutschen Orchesterwettbewerb gemeint, die mit ihm erreicht wurden. So sehr Stert innerhalb der sinfonischen Blasmusik stets auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen war, so sehr erweiterte seine Arbeit mit dem OVH auch unser aller Vorstellung von dem, was möglich ist. Dieses „Nicht genug“, diese Sehnsucht nach dem Grenzüberschreitenden, ist nicht immer von allen geliebt und verstanden worden. Aber es bleibt sein eigentliches Verdienst.

Der Abschied von Stert ist nicht nur ein tiefer Einschnitt für den Orchesterverein. Er ist auch auch eine Zäsur für das Musikleben insgesamt in dieser Stadt – und Anlass zu Traurigkeit wie Dankbarkeit.


Westdeutsche Zeitung, Ausgabe vom 06.03.2014

Auftritte des OVH: Orchesterverein spielt Strauss’ „Rosenkavalier“

Mitglieder wählten kompletten Vorstand wieder. Auch 2014 soll das Open Air Serenadenkonzert stattfinden.

Hilgen. Auf der Jahreshauptversammlung des Orchestervereins Hilgen (OVH) wählten die Mitglieder den kompletten Vorstand wieder. Nach einem erfolgreichen Jahr 2013 mit 14 Auftritten vor rund 4000 Zuhörern freut sich der Verein jetzt auf die nächsten Termine.

Am 22. März um 20 Uhr kommt „Der Rosenkavalier“ in die Festhalle Opladen. Arrangeur Jan Cober hat Richard Strauss’ Oper in eine Suite für sinfonische Blasorchester umgesetzt. Strauss und Percy Grainger werden an diesem Abend auch von der OVH Brazzband interpretiert.

Am 14. Juni findet das traditionelle Open Air Serenadenkonzert in der Kirchenkurve statt. Unter der Leitung des OVH-Gastdirigenten Scott Lawton wird das Programm abwechslungsreiche Werke für das große Blasorchester bieten.

Am 9. November konzertiert der Orchesterverein im Altenberger Dom mit einem sinfonischen Bläser-Programm. Die Altenberger Kirchenorgel soll gemeinsam mit dem Blasorchester neue Klangperspektiven eröffnen.

Am 30. November wird ein weiteres Projekt der OVH-Kinderkonzertreihe „Musikus“ auf die Bühne gebracht. „Peter und der Wolf“ von Sergei Prokofjew stellt auf märchenhafte Weise die Instrumente und ihren Klangcharakter vor. Die Veranstaltung findet in Leichlingen in der Aula am Hammer statt.

bh


Lüttringhauser Anzeiger, Ausgabe vom 23.01.2014

„Zauberei, das geht ja nur im Märchen“

VON ANGELA HEISE

Das Neujahrskonzert mit dem Orchesterverein Hilgen war ein voller Erfolg.Das Erzählkonzert mit der Musik aus Tschaikowskis „Nussknacker“ zog Klein und Groß in seinen Bann.

LA_OVH_Nussknacker Anregende Unterhaltung bot der Orchesterverein Hilgen. Foto: Hertgen

„Zauberei, das geht ja nur im Märchen…“ In der fast voll besetzten evangelischen Stadtkirche in Lüttringhausen lauschten die Besucher am Sonntagnachmittag gespannt der fesselnden Erzählstimme der Musik-Konzertpädagogin Annette Willuweit. Musikdarbietungen, Lesungen oder Lesung mit Musik werden gerne angenommen und bereichern das örtliche Kulturleben.

Pantomimisch begabt und schauspielerisch ambitioniert

Initiiert durch den Kulturkreis des Heimatbundes und den Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Lüttringhausen erlebten die Gäste beim Neujahrskonzert ein Novum: Die interessante Kulturvariante der Orchesterliteratur.

Märchenhaft wurden die Zuhörer verzaubert und forderten applausstark eine Zugabe von den Musikern des Orchestervereins Hilgen 1912 e.V. Pantomimisch begabt und schauspielerisch ambitioniert entführte Annette Willuweit die großen und kleinen Gäste, öffnete als Konstanze Stahlbaum die verschollen geglaubte Dachbodenkiste und lüftete das Geheimnis um die Erzählung des Romantikers Ernst Theodor Amadeus Hoffmann „Nussknacker und Mäusekönig“ (1816 in Berlin erschienen). Kammermusikalisch erprobt setzte das Blechbläserensemble unter dem einfühlsamen Dirigat von Ulrich Haas die Ballettmusik von Peter Tschaikowskis „Der Nussknacker“ um. Orchesterliteratur im wahrsten Sinne des Wortes, denn mit allen Sinnen wurde die Geschichte musikalisch gelebt und somit nachhaltig lehrreich und kurzweilig dargestellt. Onkel Drosselmeyers Weihnachtsgeschenk an Klara. Deren Traum von der großen Schlacht der Spielzeugsoldaten.

Das Trappeln der Mäusefüßchen, der erbitterte Kampf. Die Reise zur Zuckerfee und die vielen Lieferanten aus fernen Ländern... Einbezogen in das Geschehen wurden die kleinen Zuhörer und deren Eltern schon vor Konzertbeginn.

Im Gemeindehaus wurden sie spielerisch eingeführt in die Klangwelt, bauten Rasseln, lernten das Mitsingen und bereiteten sich auf ihre kleinen, aber tragenden Rollen vor. Gefesselt von erfrischender Erzählweise und gefühlvoller Musikdarbietung waren die Zuschauer inmitten des Geschehens und ließen sich nicht zweimal bitten, die eine oder andere Passage durch schwungvolles Mitklatschen zu unterstützen.

Die Kinder brillierten als Musiker und Darsteller und die Inszenierung zur passenden Musik als Schneeflockengestöber war einer der vielen schönen Höhepunkte. „Toll!“ war die einstimmige Resonanz des begeisterten Publikums auf die vielstimmige Verzauberung in der Stadtkirche.


Remscheider General-Anzeiger, Ausgabe vom 21.01.2014

Tschaikowskys "Nussknacker" als Erzähl-Version

Von Dela Kirchner

Remscheid. Zwölf Profi-Musiker in klassischer Harmoniebesetzung, ein Dirigent - auf den ersten Blick ein ganz normales Konzert. Doch in der evangelischen Kirche Lüttringhausen ließen sich die Zuhörer nicht einfach nur berieseln - sondern sie gestalteten das Neujahrskonzert mit. Erzählerin Annette Willuweit entführte das Publikum in ein Traumland.

Der Kulturkreis im Heimatbund Lüttringhausen und der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Lüttringhausen hatten eingeladen und konnten sich über eine gut gefüllte Stadtkirche freuen. Groß und Klein waren gekommen.

Ein Erzählkonzert, kindgerecht aufgearbeitet - gerade zu Beginn des Konzerts gab es noch irritierte oder skeptische Blicke. Doch schon nach den ersten Klängen des Orchesters war klar, dass neben einer Geschichte auch anspruchsvolle Musik zu erwarten war: Die Musik von Tschaikowsky - "Der Nussknacker" -erzählte, assistiert von Annette Willuweit, einen Weihnachtsabend mit allen Erwartungen und Überraschungen für die Kinder.

Die ganze Familie trampelte mit den Füßen oder schnipste mit den Fingern

Das Lebendigwerden der Zinnsoldaten, der Kampf zwischen Mäusekönig und Nussknacker sowie die Verwandlung in den Prinzen und sogar das Schneegestöber wurden greifbar - und so durften kleine und große Zuhörer klatschen, mit den Füßen trampeln, schnipsen und ihre Schneeflockenplakate hochhalten. Und wenn das Orchester müde war, wurde es von einem fleißigen jungen Helfer per Schlüssel wieder "aufgezogen".

Der Orchesterverein Hilgen 1912 um Dirigent Ulrich Haas führt regelmäßig Kinder- und Jugendkonzertreihen und alle zwei Jahre auch szenische Konzerte auf - wie den "Nussknacker".


Remscheider General-Anzeiger, Ausgabe vom 20.01.2014

Kammer-Ensemble des OVH im Familienkonzert

Von Thomas Wintgen

Eine kleine, aber feine Delegation des Orchestervereins Hilgen (OVH) begeisterte am Samstag im Stephanus-Gemeindezentrum Groß und Klein mit dem gut einstündigen Familien- Konzert "Der Nussknacker". Da ward sehr schnell klar, weshalb der Weihnachtsbaum noch steht: Bei Stahlbaums ist noch Bescherung; und dazu packt Konstanze eine große staubige Kiste aus.

Zum Vorschein kommt insbesondere der Nussknacker - das Weihnachtsgeschenk für Klara.

Der Komponisten Peter Tschaikowsky setzte E.T.A. Hoffmanns fantastische Novelle "Nussknacker und Mäusekönig" in der Fassung von Alexandre Dumas um; der heute 57-jährige Arrangeur Andreas N. Tarkmann machte aus der Suite op. 71 a des großen russischen Komponisten nicht nur ein Oboenquartett, sondern auch ein Bläser-Nonett.

"Auszüge aus dem Ballett als Harmoniemusik" nennt er das. Die brillanten OVH-Musiker und die hinreißende Erzählerin Annette Willuweit nutzen die Gelegenheit, zu Beginn erst einmal die Instrumente vorzustellen: Flöte, Oboe und Englischhorn, "gedrehtes Gold" (Hörner), "Fagötter", (Bass-) Klarinette und den Kontrabass.

Die "Party-Tour" - so die Interpretation eines der etwa ein Dutzend Kinder im Raum - war für Ulrich Haas gedacht; er und das OVH-Ensemble haben den Nussknacker in Burscheid bereits mehrfach ausgeführt, gehen aber inzwischen damit auch auf "Partitur".

Kinder dürfen auch beim Riesen-Geschenk mithelfen

Die Ouverture miniature zeigt mit ihrem halsbrecherischen Tempo gleich zu Beginn eins auf: Das stellenweise mehrfach besetzte Ensemble - schließlich können Kinder weiter als bis 9 zählen - hat die teilweise höchst anspruchsvollen Herausforderungen Tarkmanns angenommen und bewältigt sie bis auf winzige, verständliche Ausnahmen hervorragend; als Beispiel sei nur der spanische Tanz erwähnt.

Willuweit (auch Konzept und Text) macht aus der Aufführung ein "Familienkonzert" im besten Sinne und geht deutlich über die Möglichkeit etwa eines Peter und der Wolf hinaus. Indem sie insbesondere die Kinder immer wieder verbal und szenisch einbezieht ins Geschehen, ihnen etwas erklärt, sie für die Sache einnimmt.

Sie dürfen beim Riesen-Geschenk helfen, den Vorhang halten, hinter dem sich Musiker Nussknacker-Käppis aufsetzen , klatschen und sich rhythmisch zur Musik bewegen, die Musiker - total nette Idee - mit dem Schlüssel "aufziehen" (erwecken) und nachvollziehen können, wie Zinnsoldaten und Nussknacker gegen den Mäusekönig kämpfen.

Für den Schneeflocken-Tanz beispielsweise der Kicher- und der träumenden Singflocken pusten die Kinder auch den Erwachsenen Mut zu. Im Namen der Gemeinde bedankte sich Dorothea Hoffrogge bei den Mitwirkenden und fragte die Kinder, was denn noch fehlte. Autogramme und Zugabe, meinten diese. Aber es gab auch Blumen!


Solinger Tageblatt, Ausgabe vom 06.01.2014

Sänger bereisen Europa

CHORKONZERT Mit Hilfe des Orchestervereins Hilgen begrüßte der MGV Quartettverein Leichlingen-Oberschmitte das neue Jahr.
Von Klaus Günther

Leichlingen. Es ist bewundernswert, welch großen Zuspruch die Konzerte der Leichlinger Chöre finden. Auch der Quartettverein Leichlingen-Oberschmitte konnte sich gestern über eine voll besetzte Aula Am Hammer freuen. Seit 1926 sorgt der Männerchor für Harmonie und Fröhlichkeit wie es im Vereinsmotto heißt. Schon zum vierten Mal hatte er sich für sein Neujahrskonzert der Unterstützung des Orchestervereins Hilgen versichert, der in der gegenwärtigen Form sogar schon seit 1912 besteht.

Der oft preisgekrönte Burscheider Orchesterverein ist ein sinfonisches Blasorchester, das seine hohe Qualität und Wandlungsfähigkeit gleich zu Beginn demonstrierte. Auf die schmetternden Klänge der schwungvollen Ouvertüre zur „Schönen Galathée“ (Franz von Suppé) folgte der zärtliche Abendsegen aus Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“ .

Bereits seit 1981 leitet Heinrich Witprächtiger den Quartettverein Oberschmitte, und auch diesmal führte der Chordirigent die mehr als 30 Sänger zu kultiviertem, klangschönem Vortrag. Von den Volksliedern, die sie im Satz von Friedrich Silcher sangen, gelangen „Der Lindenbaum“ und „In einem kühlen Grunde“ besonders eindrucksvoll.

Höchst unterhaltsam von Kopenhagen nach Moskau

Mit dem temperamentvollen „Spanischen Zigeunertanz“ führte der Orchesterverein Hilgen die Besucher in die Pause. Danach gab es wieder Volkslieder vom Männerchor, diesmal aus ganz Europa: Die Sänger führten die Zuhörer auf eine veritable Reise durch die EU. Von Kopenhagen ging es auf die Brücke von Avignon, dann nach Wien und Athen, nach Bukarest und Warschau. Am Ende landete die Reisegesellschaft in Moskau. Dank der passenden Bebilderung auf einer großen Leinwand und der begleitenden Pianoklänge (Maria Blank) war das eine höchst unterhaltsame Angelegenheit.

Mit der Karneval-Ouvertüre von Antonín Dvorák und dem unsterblichen „Radetzky-Marsch“ zeichnete sich das Blasorchester aus. Hein spielte danach „so schön auf dem Schifferklavier“und am Ende vereinigte die „Berliner Luft“ (Paul Lincke) Chor und Orchester zur Freude der zahlreichen Zuhörer.

 
 

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