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2014 - Serenadenkonzert: Heimspiel in der Fankurve
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Westdeutsche Zeitung, Ausgabe vom 15.06.2014

Serendenkonzert: Heimspiel in der Fankurve

Von Ekkehard Rüger

Der OVH geizt nicht mit Anspielungen auf den Fußball und verneigt sich vor elf WM-Nationen.

Burscheid. 32 Nationen wie bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien sind es mit Rücksicht auf das Auffassungsvermögen des Publikums dann doch nicht geworden. Aber – Zufall oder nicht – passenderweise wenigstens elf Kompositionen, die stellvertretend für elf Teilnehmerländer stehen. Auch ansonsten spart der Orchesterverein Hilgen in Gestalt seiner Moderatorin Annette Willuweit beim Serenadenkonzert am Samstagabend nicht mit Fußballvergleichen – und sorgt einmal mehr dafür, dass die Kirchenkurve seine persönliche Fankurve bleibt.

Gerahmt wird das Programm von der Verneigung vor dem WM-Gastgeber („Brazil“ von Ary Barroso zum Auftakt inklusive Verbaleinlage der Blasmusiker) und dem Bekenntnis zur eigenen Nation („Alte Kameraden“ von Carl Teike zum Abschluss). Wenn nun allerdings ein auch noch so zackiger Militärmarsch Sinnbild für Jogis Jungs sein soll, müsste einem für Montagabend doch ein wenig Angst und Bange werden.

Von der Krabbeldecke bis zum Rollator ist alles vertreten

Alle Fan-Generationen sind angereist, von der Krabbeldecke bis zum Rollator ist das gesamte Spektrum vertreten. Vor ihnen breitet der OVH vor der Pause auch spanische, russische und jenseits von Afrika liegende Klangteppiche aus.

Und wenn der allerletzte Funke dabei noch nicht überspringt, dann liegt das weder an dem offenbar naturfröhlichen Dirigenten Scott Lawton noch an der Spielfreude seiner Musiker, sondern schlicht daran, dass Klangteppiche keine Decken sind: Der Abend wird zunehmend frisch, mancher Zuhörer fröstelt unter zu leichter Sommerbekleidung.

Nach der Pause ohne Seitenwechsel versucht das Orchester alles, um die Betriebstemperatur zu steigern: Die Zuschauerwelle wird geprobt, Jacques Offenbachs Gassenhauer „Can can“ lädt zum wärmenden Händeklatschen ein und Manos Hadjidakis’ „Selection 1“ bringt mit wechselnden Rhythmen den Kreislauf in Schwung. Noch ein bisschen englisches Pathos („Pomp & Circumstance“), dann schaffen es selbst alte Kameraden mit Leichtigkeit, für stehende Ovationen zu sorgen.

Gute-Nacht-Lied als letzte Zugabe

Das Spiel geht also in die Verlängerung, aber diesmal nur kurz: „Guten Abend, gut’ Nacht“ – das ist nun wirklich ein so stimmungsvoller wie unmissverständlicher Aufruf, die Kirchenkurve zu verlassen und die wärmenden Bettdecken aufzusuchen.

Ende einer musikalischen Reise, die schon vor dem OVH aufregend begonnen hatte: „Halten Sie sich fest, die Fahrt geht los“, warnt der forsche Fabian Pausch, ehe das Juniororchester der Orchesterschule unter Leitung von Heide Wendt den „Fluch der Karibik“ in Angriff nimmt. Und das Junge Orchester (Leitung: Viola Wertgé) stellt mit einem Medley von Henry-Mancini-Filmmelodien und Werken von Ted Huggens nicht nur sein schon beeindruckendes klangliches und rhythmisches Niveau unter Beweis, sondern holt auch die erste Zugabe des Abends heraus.

Am Ende also alle vereint – der musikalische Nachwuchs und das Hauptorchester, die Jungen und die Alten, der Fußball und die Musik, die Nationen der Welt, „all in one rhythm“, alle in einem Rhythmus? Wir wollen es nicht hoffen. Dann würde das Leben doch ein bisschen fader, als es derzeit ist – und das Serenadenkonzert auch.



 
 

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